21.02.2012

REZEPT: Fleischbällchen mit Tomatensauce

Nur noch einmal was richtig Herzhaftes… Nur noch einmal Fleisch essen, die Zähne animalisch-urinstinktmäßig versenken – und dann ist sie da, die Fastenzeit, und ich kann in Gegenwart gewisser Menschen kein Fleisch mehr essen, ohne schief und böse angeschaut zu werden. Vielleicht mach ich diesmal sogar mit?

+hust hust+ Jetzt mal ehrlich: Ich werd schauen, ob ich meinen Vorsatz, diesmal wirklich zu fasten, durchhalte, oder wieder damit breche, denn bis Ostern ist es ganz schön lang. Und ehrlich gesagt, ich kann mich nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, auf etwas zu verzichten. (Außer auf Alkohol, denn den nehm ich ohnehin nur zum Kochen.) 

Nichts desto trotz gibt es hier für alle Faster ein (letztes?) Fleischrezept: Fleischbällchen in Tomatensauce. Ein sehr praktisches Gericht, finde ich: Wenn ihr es nicht schafft, vor Beginn der Fastenzeit alles aufzuessen, könnt ihr die Reste bis nach Ostern einfrieren und dann in einer gewaltigen Fleischorgie – Osterfleisch, Selchwürstel, Verhackert! Mein Magen dreht sich schon beim bloßen Gedanken um… – vernichten.

Die Vorteile von Fleischbällchen liegen auf der Hand: Sie sind selbst in Bioqualität einigermaßen billig zuzubereiten, lassen sich schnell kochen und sind gesund. Die Beweise? Ruhig Blut, meine Lieben, hier kommen sie.

1) Faschiertes ist normalerweise etwas, was mir die Schweißperlen auf die Stirn treibt – vor allem, wenn es aus dem Supermarkt stammt, verschweißt ist und schon diese leicht gräuliche Gammelfarbe hat. Wenn man aber darauf besteht, beim Fleischhauer Rinderfaschiertes zu bekommen, faschieren sie es ganz frisch. (Das normale Faschierte ist ja normalerweise gemischt aus Schweine- und Rindfleisch und liegt meist schon einige Zeit herum. Bäh!)

2) Seit diesem Rezept habe ich meine Liebe zu Couscous wiederentdeckt. Das Zeug ist aber auch praktisch, denn man braucht nur kochendes Wasser und etwas Salz/Currypaste/Suppenpulver und es kocht sich ganz von alleine. Als Beilage für die Fleischbällchen ist Couscous daher sehr zu empfehlen, weils blitzschnell geht. Mit Reis schmecken sie aber sicher genauso gut.

3) Viel Gemüse (weil Tomaten, Paprika und Zwiebeln), Obst (Apfel) und gesundes Fleisch (Rind) sind auch noch in den Bällchen, man könnte sich also einreden, dass sie eigentlich sehr gesund sind. Und wenn ich darüber nachdenke, sind sie das auch. Die Sasha Walleczek, Österreichs bekannteste Ernährungsberaterin, wär glücklich über meine Kochversuche :)

Noch ein Gedanke zum Schluss: Sowieso wird viel zu viel Fleisch gegessen im Hause spross. Der weltbeste Freund ist ja überzeugt, dass meine blasse Gesichtsfarbe und mein gelegentliches Kränkeln im Winter nur durch, ähm, „Wurstmangelerscheinungen“ (O-Ton) zu erklären sind. Ich mag halt nicht so gerne Fleisch, aber da er selbst so gut wie nie krank ist, ist er halt der festen Überzeugung, einmal in der Woche was vom toten Tier sei nicht genug. Nichts desto trotz könnte ich mir vorstellen, meinen Fleischkonsum noch weiter zu reduzieren – und die Fastenzeit bietet sich für ein solches Experiment ja geradezu an. Ein Sonntagsbraten die Woche müsste doch ein gutes Fastenzeitziel sein. Ich kann mir schon vorstellen, wie ich die ganze Woche Rezepte wälze für den Sonntag, und mir ausmale, wie köstlich der Braten dann am Sonntag schmecken wird…

Fleischbällchen mit Tomatensauce (für vier Gierige)


Zutaten für die Fleischbällchen:
  • Sonnenblumenöl
  • 1 sehr fein gehackter Zwiebel
  • 1/2 roter Paprika, sehr fein gehackt
  • 450g Rinderfaschiertes
  • 1 Apfel, geschält und fein gerieben
  • 40g Semmelbrösel
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 1 EL Suppenpulver
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Mehl zum Bestäuben der fertigen Fleischbällchen
Zutaten für die Tomatensauce:
  • Olivenöl
  • 1 kleiner (roter) Zwiebel, fein gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 2 Dosen geschälte Tomaten
  • 1 ½ EL Ketchup
  • Optional etwas Wasser
  • Salz, Pfeffer, Majoran und getrocknete Chillis nach Geschmack zum Würzen – bei uns waren es 3 getrocknete Chillis, das hat gereicht.
Zubereitung:
Für die Fleischbällchen den Zwiebel und den Paprika in Öl ca. 5 Minuten anbraten. Mit den anderen Zutaten für die Fleischbällchen (mit Ausnahme des Mehls) vermischen und gut verkneten. Die Hände mit Mehl bestäuben und Fleischbällchen aus der Masse formen. In einer großen Pfanne Öl erhitzen und die Fleischbällchen von allen Seiten anbraten, bis sie gebräunt und stabiler geworden sind. Vorsicht, die Mixtur ist sehr zerbrechlich, also gefühlvoll wenden :)
In der Zwischenzeit die Sauce zubereiten: In einem sehr großen Topf das Olivenöl erhitzen und den roten Zwiebel darin anbraten. Den Knoblauch hinzufügen und kurz anbraten, dann alle anderen Zutaten hinzufügen und ca. 5 Minuten kochen. Wenn die Sauce zu dick wird, das Wasser hinzufügen. Die Fleischbällchen vorsichtig in die Tomatensauce gleiten lassen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch behutsam umrühren, sodass die Fleischbällchen nicht zerbrechen. Zuletzt abschmecken und servieren.


Anmerkung: Bei uns war der Tomatensaucentopf definitiv zu klein gewählt, wir haben daher nur die Hälfte der Fleischbällchen mit Tomatensauce gekocht und die andere Hälfte am nächsten Tag ohne Sauce gegessen. Bei einer größeren Gruppe von Essern würde ich entweder einen Gulaschtopf zum Kochen verwenden oder die Saucenmenge erhöhen.

Und eins noch: Ein weiteres Fleischbällchenrezept findet ihr hier, aber dieses hier ist definitiv besser ;)

Fastet ihr?

Kommentare:

  1. Ich muss deinem weltbesten Freund leider widersprechen ;o) Ich esse so gut wie nie Fleisch (es schmeckt mir einfach nicht) und ich werde höchstens einmal im Jahr krank, wenn überhaupt. Seine These ist an mir also widerlegt.
    Ich werde in der Fastenzeit aber nicht Fasten, denn sie fällt in meine FürdiemündlichePrüfunglernenmussUndgleichzeitigfeiernweildieMasterarbeitabgegebenwurde-Zeit. Da kann ich nicht fasten!

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    1. Ha, das werd ich ihm erzählen, wenn er das nächste Mal wieder so etwas behauptet. Viel Glück bei deinen Prüfungen!

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  2. hmmm das schaut sehr lecker aus!
    ich hab mir für die fastenzeit nix vorgenommen, halte aber die strengen fasttage ein.
    da es mir nicht schwer fällt, auf fleisch zu verzichten, verzichte ich an diesen tagen auch auf Süßes (das fällt mir nämlich wirklich schwer) :-)

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    1. Puh, für einen solchen Verzicht hab ich eindeutig zu wenig Durchhaltevermögen ;)

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  3. Hey. Das sieht total lecker aus! Ich würde gerne "shopping-fasten" aber nachdem ich bald nach Mailand fahre geht das ja wohl nicht :) Ich folge dir jetzt & wenn du willst folg mir zurück!

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    1. In Mailand würd ich wohl auch einkaufen. Und essen natürlich ;)

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  4. Ich versuche es mit Süßigkeiten und Alkohol. Auf Fleisch möchte ich nicht verzichten, weil ich keinen Käse mag und dann beim Abendbrot aufgeschmissen wäre. Mir hinterher keine Kekse mehr reinzustopfen ist schwierig genug, fürchte ich. :)

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    1. Da hast du recht. Auf Zucker könnt ich nie verzichten, ich habs versucht und bin kläglich gescheitert...

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  5. Ich habe mir vorgenommen, jetzt in der Fastenzeit kein Fleisch zu essen - ich bin schon gespannt, was die nächsten 38 verbleibenden Tage so auf meinen Teller kommt! Die Fleischbällchen werde ich dann erst wieder nach Ostern ausprobieren können :)

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    1. Du kannst dir ja hier Anregungen holen ;)

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  6. Ich versteh nicht, warum ihr fastet. o_O°

    Also, ich esse auch sehr wenig Fleisch und war seit Dezember 2010 nicht mehr krank. Männer und ihre Einstellung zu Fleisch sind manchmal widerlich. -_- Außer mein Bruder, der ist Vegetarier!

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    1. Ich bin katholisch, da fastet man ;) Fleisch ess ich auch sehr wenig, aber ich bin trotzdem ab und zu krank. Der weltbeste Freund hat sich schon sehr gebessert im Fleischkonsum und kauft jetzt wenigstens kein Billigfleisch mehr ein!

      P.S.: Wir essen schon Fleisch in der Fastenzeit, halt als Sonntagsbraten. Back to the roots, sozusagen.

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  7. >>> Ich bin katholisch

    Das weiß ich, aber ich spreche sogar Katholiken die Fähigkeit zum Denken zu, zum Beispiel darüber, ob man jeden Trend mitmachen muss und welcher tiefere Sinn dahintersteckt. ;P Oder anders ausgedrückt: Natürlich kann ich den Wikipedia-Eintrag lesen, aber welche persönliche Bedeutung hat das Fasten für dich? Ich halte dich für zu klug für "is halt so, machen alle, ich wurde so erzogen". ;D

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    1. Oooch, abgesehen davon, dass ich katholisch bin, finde ich, dass Fasten eine wunderbare Gelegenheit ist, dem weltbesten Freund das Fleischessen abzugewöhnen. Aus tierschutzrechtlichen und klimaschutztechnischen Gedanken heraus ;) Die Religion ist nur ein netter Vorwand, es einen Monat durchzuziehen. Aber nicht weitersagen!

      Btw, gestern waren die Zeugen Jehovas da. Die mögen mich, weil ich mich in der Bibel auskenne :)

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