19.04.2015

VERSTREUTES: Anleitung zum Glücklichsein

Ich bin eine Jammertante mit abgeschlossener Ausbildung an der österreichischen Seieruni. Der weltbeste Freund erträgt meine Sumperanfälle, die genauso periodisch wiederkehren wie der Wechsel der Jahreszeiten, stets stoisch und mit großem Verständnis. Liege ich dann mit dem Gesicht nach unten zeternd auf der Couch, weil ein Schüler zwieder war, ich mich um die Zukunft sorge oder etwas nicht so recht hinhauen wollte, macht er mir Kakao, streichelt mir den Kopf und ist einfach da. Meistens hilft das in akuten Fällen sehr gut, aber als ich im letzten Sommer während des Schreibens meiner Diplomarbeit in andauerndes Grübeln und chronisches Schwarzsehen abdriftete, machte nicht nur er sich ernsthafte Sorgen.

Auch Simon, der quasi der Al Gore unter meinen Freunden ist und der nicht davor zurückschreckt, mir in allen Lebenslagen immer wieder die (nicht immer angenehme) Wahrheit zu sagen, bemerkte meine schlechte Stimmung. Wochenlang lauschte er geduldig meinem Gejammer, bis er eines Nachmittags genug hatte. Wir saßen gerade bei selbstgemachtem Eistee und Zitronenkuchen am Balkon, es hatte wunderschönes Wetter, ich Ferien, aber dennoch war alles schlecht. Also warf er seine Hände theatralisch in die Luft und sagte energisch: „Nadja, du musst etwas ändern, du bist unerträglich. Morgen bring ich dir ein Buch vorbei, das liest du dann und befolgst die Ratschläge. Verstanden?“ Wer Simon schon einmal mit seinem strengen Lehrerblick gesehen hat, der weiß, dass man ihm in solchen Situationen gehorcht, und zwar augenblicklich, also konnte ich nur ergeben nicken.

Das Buch, das er mir dann vorbeibrachte, war eine Anleitung, wie man glücklich wird. So einfach sollte es sein? Ganz so simpel ist das Ganze natürlich nicht, denn Glücklichsein hat schon auch etwas mit der richtigen Einstellung zu tun. Will ich mich dem Jammern ergeben, dann helfen alle guten Ratschläge aus dem Buch nichts, denn dann ist mir alles egal. Das Elend fühlt sich manchmal aber auch zu gut an. Bin ich in der richtigen Stimmung zum Glücklichsein, ist es einfacher. Da hilft es, wenn es draußen schön ist, ich satt und warm eingepackt bin und etwas mache, das mir Freude macht. Wenn das nicht so ist, dann steckt hinter dem Glücklichsein harte Arbeit und das Bewusstsein für einige fundamentale Wahrheiten.

Gerade jetzt ist wieder so eine Zeit, in der mir das Fröhlich- und Glücklichsein oft sehr schwer fällt. Ich schreibe gerade Unmengen an Bewerbungen – ich mache zwar gerade mein Unterrichtspraktikum an einer wirklich tollen Schule, aber wie es nächstes Jahr weitergeht, weiß niemand. Meine innere Unruhe wird stärker, und so habe ich mir vorgenommen, etwas positiver an die ganze Sache heranzugehen und wieder öfter an das zu denken, was ich letztes Jahr im Sommer  gelernt habe.

Fundamentale Wahrheit 1

Das klingt übel, oder? Kann so etwas von einer Frau mit Selbstbewusstsein kommen, ganz ernsthaft? Wenn man sich aber einmal wirklich zum Nachdenken hinsetzt, dann stellt man aber schnell fest, dass es nicht gerade selten so ist. Wie oft schieben wir unsere Stimmung auf äußere Umstände?  
Die Prüfung verfleckt? Der Professor ist immer fies, da ist es normal, wenn man nicht jede Prüfung schafft. 
Den Job nicht bekommen? Naja, es gab ja eh so viele Bewerber und Bewerberinnen, klar. 
Zu spät? Eh logisch, der Verkehr war schrecklich. 
Dass man mehr lernen, sich aggressiver bewerben oder früher losstarten hätte können, das verdrängt man lieber.

Mit dem Glück ist es ähnlich. Wenn alles gut ist, dann ist die Ursache schnell gefunden – es ist schön draußen, in der Beziehung passt alles, man ist auf Urlaub, erfährt Wertschätzung. Alles schöne Gründe, um gut drauf zu sein, aber was passiert, wenn diese äußeren Umstände fehlen? Wenn alles schrecklich ist, weil es seit Tagen regnet, man allein daheim ist und sich verdammt noch mal niemand um einen kümmert, obwohl man seit Stunden auf sein Handy starrt, zu fertig, um noch ein Lebenszeichen abzusetzen?

Dann hilft eine positive Grundeinstellung. Verflucht noch eins, Regenwetter, Alleinsein und keine Menschen, die sich kümmern sind keine Gründe zum Trübsal blasen. Das sind ganz normale Umstände, die immer wieder eintreten können. Das Problem ist, dass man sie negativ betrachtet.

Also übe ich mich im positiven Denken. Versuche, das Beste aus allen Situationen zu machen. Das Alleinsein zu genießen. Bei Regenwetter mehr zu schreiben oder zu lesen. Nicht zu viel zu grübeln, sondern die Gedanken schweifen zu lassen. Es gelingt nicht immer, aber ich werde besser.

Fundamentale Wahrheit 2

Viel Unglück verursacht man, indem man jemand zu sein versucht, der man nicht ist. Ich will immer ganz anders sein. Ich wär manchmal gern wie meine Kollegin B.: ruhig und besonnen und gar nicht leicht aufzuregen. Oder was ist mit S.? Der ist abenteuerlustig. Oh, und sportlich, zielstrebig und zierlich wie U., so wär ich auch sehr gerne.

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Ich bin leicht aufzuregen und zu begeistern, doch ruhig bin ich leider nur, wenn ich mich sehr bemühe. Abenteuerlustig zu sein liegt mir auch nicht, ich mag keine Abenteuer und plane gerne alles von vorne bis hinten durch. Sportlich werde ich wohl so schnell nicht werden, obwohl ich jetzt Rad fahre – und es mir gut tut. Auch an der Zielstrebigkeit im privaten Bereich arbeite ich noch und was zierlich zu sein betrifft, nun ja, den Wunsch sollte ich wohl langsam begraben, das ist ein Wunsch, der wohl nur mit einer Körpertransplantation umsetzbar ist. Aber warum ist man eigentlich so unzufrieden mit dem, was man hat?

Vielleicht sollte man versuchen, sich in andere hineinzuversetzen. Vielleicht wären die ruhigen, besonnenen Menschen in meinem Leben gern ein bisschen impulsiver? Will die zierliche Frau nicht lieber groß sein, so wie ich? Und überhaupt, kann ich mich nicht mit dem zufrieden geben, was ich habe? Immer einem Ideal hinterherhecheln, das man ohnehin nicht erreichen kann, ist doch wirklich nicht schlau.

Also versuche ich in solchen Momenten innezuhalten und nachzudenken. Bin das wirklich ich? Will ich wirklich so sein wie die anderen, weil das gut für mich wäre, oder mache ich mich mit diesem Wunsch nur unglücklich, weil das Ziel unmöglich zu erreichen ist? Wenn man sich erst dieser Mechanismen bewusst ist, ist es viel leichter, ihnen nicht auf den Leim zu gehen.

Fundamentale Wahrheit 3

Es gibt Tage, an denen möchte man am liebsten als Deckenburrito zusammengerollt auf dem Sofa liegen und den ganzen Tag nur Erdnussbutter-Schoko-Eis vom Eisgreissler in sich hineinstopfen. Aber haben nicht auch Deckenburrito-Eisgreissler-Tage etwas Schönes, nämlich besagtes Deckenburrito-Eißgreissler-Dasein?

Puh, das klingt schon sehr nach gestörter New-Age-Scheiße, ich gestehe. Aber die Bemühung, auch an grauen Tagen die Farbe nicht aus dem Blick zu verlieren, ist sicher prinzipiell gut. Ich habe mir zum Beispiel angewöhnt, all die unwichtigen und wichtigen Dinge im Leben zu fotografieren und die Fotos auch ausarbeiten zu lassen. Außerdem führe ich seit geraumer Zeit Bücher, in denen ich all das Schöne, Tolle und Erinnerungswerte des Tages kurz in Stichworten niederschreibe, also schreibe ich eine Art Tagebuch im Telegrammstil, in dem nur Gutes drinsteht. Und ich hab es bis jetzt noch jeden Tag geschafft, etwas Schönes zu notieren.

Und wie macht ihr das? Vertraut ihr darauf, dass euch das Glück zufliegt, oder habt ihr Geheimtechniken, die ihr mir verraten wollt? Ich freue mich über eure Meinung zu diesem Thema!

Weiterlesen...

08.02.2015

REZEPT: Matcha-Porridge mit Haferdrink und Mandelmus

Ich bin eine Jahreszeitenfrühstückerin. Im Sommer habe ich zuerst lange Zeit Brot mit Aufstrich und Gemüse gegessen, dann monatelang jeden Morgen Joghurtshakes getrunken, bis ich wieder auf Tomaten- bzw. Gurkenbrot mit Veggieaufstrich umgestiegen bin. Rechtzeitig zum Wintereinbruch begann ich Porridge zu kochen. Und wahrscheinlich futtere ich den jetzt jeden Morgen, bis der Frühling kommt und ich Haferflocken bis zum nächsten Winter nicht mehr sehen kann ;)

Meine Freundin A. und meine Schüler sind sich, was Porridge betrifft, übrigens vollkommen einig – das Zeug sieht einfach ekelhaft aus und KANN nicht schmecken. (Vielleicht hätte ich vor ihnen nicht zu Halloween Porridge mit Himbeersauce essen sollen, die ich ihnen als „Hirn mit Blut“ verkauft habe... +hust+) Ich aber finde Porridge ganz großartig.

Erstens: Porridge macht wach, und das besser als Kaffee. Man muss nämlich in der Früh kochen und kann nicht belämmert-verpennt in die Gegend starren, sonst brennt er grauenvoll an, und den Topf danach putzen zu müssen, wenn man eigentlich schon am Radl Richtung Arbeit sitzen sollte, ist das nicht sehr förderlich für ein gemütliches Frühstück.

Zweitens: Das meditative Rühren – falls nix anbrennt - ist sehr entspannend und das Zubereiten wird nach kurzer Zeit schon zum schönen Ritual.

Drittens: Porridge schmeckt echt gut und er lässt sich wunderbar variieren. Wie wäre es zum Beispiel mit aufweckendem Matcha-Porridge? Der macht euch so wach, dass ihr den ganzen Tag Bäume ausreißen könnt.

Matchaporridge
Für eine Frühstücksportion
Zutaten:
  • 160ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
  • 3 EL feine Haferflocken
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 TL Matchapulver
  • 2 TL Mandelmus
  • Obst nach Wahl
  • Joghurt
  • Als Topping nehm ich auch gern noch Sweet Dreams von VDB oder Vanillezucker
Zubereitung: Milch, Haferflocken, Salz und Matcha unter ständigem Rühren aufkochen. Schnell wird daraus eine klebrige Pampe – je mehr ihr rührt, desto besser. Vom Herd ziehen und Mandelmus einrühren. In eine Schüssel umfüllen und mit Obst und einem Klecks Joghurt servieren.

Schokoporridge mit Kokosmus

Anstatt grünem Tee und Mandelmus kann man auch ½ EL Kakaopulver + 2 TL Kokosmus bzw. 2 EL Erdnussmus verwenden. Oder ihr lasst die Muse weg und kocht den Porridge mit etwas Zucker und Zimt. Mmmh.

Weiterlesen...

24.01.2015

REZEPT: Schokopancakes mit Orange und Kaffee

Endlich, endlich, ENDLICH, nach drei Samstagsfrühstückstestphasen, kann ich das Rezept für die genialen veganen Schokopancakes mit Kaffee und Orange mit euch teilen – den weltbesten Freund freuts, denn der Haussegen hängt nun sonntags wieder gerade, und ihr habt heute noch genug Zeut, für morgen einkaufen zu gehen, falls ihr euren Liebsten (oder auch nur euch selbst!) einen schönen Sonntagmorgen zu bereiten. Falls ihr euch jetzt vielleicht fragt, was Pancakes mit Sonntagsfrieden zu tun haben, hier ist die wortreiche Erklärung. Der Rest scrollt einfach runter zum Rezept ;)

Alles begann damit, dass ich mir in den Kopf setzte, Schokopancakes mit Kakao im Teig zu machen. (Inspiriert dazu, überhaupt einmal wieder das Thema Pancakes zu behandeln, wurde ich von der lieben Conny, die kürzlich einen Post freischaltete, wie man perfekte Pancakes macht. Sehr empfehlenswert!) Also wälzte ich meine veganen Kochbücher und wurde auch tatsächlich indem fündig, aus dem auch das Rezept für diese Pancakes stammt. Mein Hirn begann zu rattern: Schoko im Teig? Nein, das ist mir zu viel für ein Frühstück, man muss ja nicht übertreiben. Aber Nüsse wären gut… Sind da nicht noch geriebene Nüsse von der Weihnachtsbäckerei im Vorratsschrank?

Hätte ich mich nur ans Rezept gehalten, ich Deppine Deppöse Deppin. Leider konnte ich es beim ersten Durchgang nicht lassen, einen Teil der angegebenen Mehlmenge durch geriebene Nüsse zu ersetzen – alte Foodbloggerkrankheit ;) 

Der Teig war dann ungefähr so fest wie klare Gemüsesuppe, die Pancakes zerliefen also in der Pfanne zu riesigen Fladen. Sie zu flippen war fast unmöglich und ich musste mich ernsthaft zurückhalten, um nicht einen Wutanfall zu bekommen, als ich sie garnieren und fotografieren wollte. Ich hatte ja schon alles vorbereitet und sogar einen Granatapfel entkernt… Und dann sah das Resultat so übel aus wie vergammelter Roadkill. Natürlich haben wir sie trotzdem gegessen, aber ich war so zwieder, dass der weltbeste Freund schnell alles in sich reinschaufelte und mich in meinem Elend zurückließ.
Pancakes-Fail
Schön waren sie nicht. Aber da ich schon die Granatapfelkerne vorbereitet hatte...
Version 2 (mit mehr Mehl!) wurde schon besser, aber mir brannte eine Ladung Pancakes an – schon Jahre nicht mehr passiert! - aber ich musste ja unbedingt noch nebenher am Sonntag Vormittag während des Kochens einen Übungszettel für die vierte Klasse vorbereiten. Verflucht noch eins. Wieder verbrachten wir ein eher ungemütliches Frühstück. Zum Glück lesen wir den Standard, der ist so groß, dass meine bessere Hälfte wunderbar dahinter Deckung beziehen kann, wenn ich mich ärgere. Und natürlich hatte ich wieder einen dieser verdammt viel Saft verspritzenden Früchte aus der Hölle Granatäpfel geschält und vorbereitet – und aus dem Foto wurde wieder nix. Arrrgh!!! Mit so viel Aggression hab ich noch nie die Küchenfliesen geschrubbt ;)

Version Nr. 3 – mit noch mehr Mehl als im Rezept angegeben, mit extra Orangenöl und etwas Kaffee im Teig schien vielversprechend. Der Probepancake war köstlich, der Triumph zum Greifen nahe! Innerlich jubilierte ich schon, malte mir aus, wie ihr euch alle an den Bildern und dem Rezept erfreuen würde. 

Und dann hatte ich die grenzgeniale Idee, Himbeersauce über die Fotoportion zu gießen.
schokopancakes 4
Super Idee.
Als das Joghurt, der Ahornsirup und die heißen Himbeeren vor meinen Augen zu einem grauslichen Gatsch verschmolzen, zuckte nur ein Gedanke durch mein Hirn:

Fuckfuckedifuckfuck.

Ich panikte. Nicht schon wieder! Also schrie ich ins Wohnzimmer: 
“C., machts dir was aus, wenn ich deine Portion schon anrichte?”
Er antwortete vorsichtig: 
“Was hast du vor? Tust du Granatäpfel drauf? Wenn ja, musst du die nachher wieder runterkletzeln!”

Das nahm ich in Kauf. Und jetzt hab ich endlich ein brauchbares Foto. Mahlzeit.

Schokopancakes 5
Für zwei Frühstücksportionen oder 10 Pancakes

Zutaten:
  • 150g Mehl
  • 20 g Kakopulver
  • 10g Backpulver
  • 1/2 TL oder 3g Salz
  • (1/2 TL oder 2g gemahlener Kaffee, wenn ihr sowas dahabt, verstärkt den Schokogeschmack)
  • 80ml Wasser
  • 200ml ungesüßte Pflanzenmilch (ich hab Haferdrink genommen)
  • 2 EL oder 25g Öl
  • 3 EL oder 55g Ahornsirup
  • 1 TL Vanilleextrakt oder ein passendes Äquivalent (Vanillezucker, Mark einer Vanilleschote...)
  • Schale von einer Bioorange
  • (3 Tropfen Bioorangenöl)
  • Zum Anrichten z.B. Ahornsirup, Joghurt, Granatapfelkerne, Orangenschale, Vanillezucker, Himbeeren...
Zubereitung:
Mehl, Kakaopulver, Backpulver, Salz und Kaffee in einer Schüssel vermischen. Wasser, Milch, Öl, Ahornsirup, Vanilleextrakt und Orangenöl in einer anderen Schüssel. Alles zusammenmischen und schnell zu einem etwas klumpigen Teig vermixen. Nicht zu viel mixen, lumpy ist gut! 

Den Teig mindestens 30 Minuten stehen lassen - manchmal mache ich ihn auch schon am Vorabend und stell ihn in den Kühlschrank. Während man wartet, kann man sich super hungrig anschweigen oder rausfinden, was in der arbeitsreichen Woche so in der Welt passiert ist. 

So, jetzt gehts los. Erhitzt etwas Öl bei mittlerer Hitze in einer großen Pfanne. Nehmt ca. 1/2 Schöpfkelle oder Espressotasse Teig pro Pancake - falls ihr amerikanische Cups habt, ich nehm immer die 1/4-Cup zum Pancakemachen. Nun in einer großen Pfane die Pancakes bis zu diesem Zustand backen.
Schokopancakes 1
Blasen entstehen, die Ränder werden trocken.
Achtet darauf, die Pancakes nicht zu spät umzudrehen, sie brennen leicht an. Diese Erfahrung durfte ich an den zwei schwarzen Sonntagen schon machen ;)
schokopancakes 2
So sollten sie dann umgedreht aussehen.
Den restlichen Teig zu Pancakes backen, die fertigen inzwischen im Ofen warmhalten. Und jetzt habt ihr tolle, perfekte Pancakes. Garnieren kann man sie dann noch mit diversem Obst, Joghurt und natürlich Ahornsirup!
schokopancakes 3
Mmmmh.


Weiterlesen...

05.01.2015

REZEPT: Gemischter Reis mit Süßkartoffelkroketten

Neues Jahr, neues Glück? Wie sieht das bei euch aus? Ich bin ja eher der Typ dafür, alles so zu lassen, wie es vorher war – ich will keine Vorsätze fassen, die ich dann ohnehin nicht halten kann. Also gibt’s hier auch keine new year resolutions, wo ich großspurig behaupte, ab jetzt nie wieder Süßes zu essen oder täglich drei Stunden Sport zu machen. Das nimmt mir sowieso niemand ab ;) Aber ich kann mir vornehmen, wieder mehr gesund zu kochen und zu essen, das ist ein Vorsatz, den ich gerne in die Tat umsetze. Die asiatische (und speziell die japanische) Küche bietet diesbezüglich viel und ich bin sehr motiviert, in der nächsten Zeit wieder vermehrt asiatische Rezepte auszuprobieren.

Weißen japanischen Reis ess ich, seit ich in Japan war, richtig gerne. Und das ganz ohne Salz und Gewürze – wenn er richtig gekocht ist, schmeckt er einfach köstlich. Unfassbar, oder? Aber als ich mir das erste Mal im Hotel, müde und kaputt nach dem ewig langen Flug, in den Mund schob, kaute und schluckte, war ich wie verzaubert. Wie kann etwas, das nach nicht viel schmeckt, so gut sein? Zuerst dachte ich, es sei nur der Hunger gewesen, aber auch das zweite oder dritte Mal war der Reis wieder unglaublich gut.

Wieder daheim war ich wie besessen davon, den köstlichen Reis nachzukochen, den ich auf meinem Urlaub so oft genossen habe. Der Reiskocher, den ich als Souvenir mitbrachte, tat und tut sein Bestes, aber die Reisqualität muss auch stimmen. Der Reis, den ich immer beim Asialaden kaufe, ist ganz okay, aber so gut wie der, den ich in Japan gegessen habe, ist er nicht. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mir Reishunger Premium-Sushireis geschickt hat. So tollen Reis leiste ich mir normalerweise nicht – deshalb habe ich eine Portion davon auch auf ganz besondere Weise zubereitet!

Gemischter Reis mit Kroketten
Für 4 Portionen Reis und 2 Portionen Kroketten

Zutaten:
  • 3 getrocknete Shiitakepilze, mindestens eine Stunde eingeweicht, anschließend in kleine Stücke geschnitten
  • 2 Stücke Aburaage-Tofu, mit heißem Wasser überbrüht, mit Küchenpapier abgetropft und in Steifen geschnitten (bekommt man im gut sortierten Asialaden)
  • 1 kleine Karotte, grob geraspelt
  • 2 Reiskochertassen weißen Reis, gewaschen und abgetropft
  • 2 ¼ Reiskochertassen Einweichwasser von den Shiitakepilzen
  • 2 EL Sake
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 Süßkartoffeln, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
  • Salz und Pfeffer
  • 2 EL gefrorene Erbsen
  • etwas Mehl
  • 30g Panko oder Paniermehl
  • 1 EL Öl
  • 1 Ei, verquirlt
  • Ketchup
Zubereitung: Shiitakepilze, Tofu, Karotte, Reis, Einweichwasser der Pilze, Sake und Sojasauce in den Reiskocher geben und garen. Inzwischen die Süßkartoffel dämpfen oder kochen – ich habe meine in der Mikrowelle gegart – und den Ofen auf 200 Grad vorheizen. 

Wenn die Süßkartoffel gar ist, mit einer Gabel zu Püree zerdrücken. Mit Salz und Pfeffer würzen und die 2 EL Erbsen unterheben. 9 Laibchen oder Zylinder formen und in Mehl wälzen. Auf einen Teller legen. Panko und Öl mischen und in einer Pfanne goldbraun rösten. Die Kroketten zuerst in Ei wenden, dann in Panko wälzen. Auf einem Backblech für 10 Minuten backen.

Inzwischen sollte der Reis fertig sein. Karotten, Pilze und Aburaage schwimmen wahrscheinlich oben, deshalb mit dem Reislöffel gut durchrühren. Kroketten mit Zitrone, Reis und Ketchup servieren.

Weiterlesen...

23.12.2014

REZEPT: Mini-Stollen mit Cranberrys, Marzipan und Pistazien

Na, seid ihr dieses Jahr auch spät dran mit euren Weihnachtsbesorgungen, so wie ich?

Diesen Advent war ich echt leicht überfordert mit allem, der Einstieg ins Berufsleben tat sein Übriges dazu. Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich schon alle Geschenke geordert, gesucht und natürlich auch liebevollst verpackt und alle anderen Deppen, die am letzten Einkaufswochenende und den letzten Vorweihnachtstagen noch den Wahnsinn in der Innenstadt voll auskosten mussten, wurden ausgelacht. Was waren die in meinen Augen alle unorganisiert!

Dieses Jahr war ich selber so ein Depp und hab mich am Samstag gemeinsam mit dem weltbesten Freund ins Getümmel gewagt. Komplett zerstört kamen wir um die Mittagszeit nach Hause und waren so erledigt, dass wir das gemeinsame Kochen verschoben und erst einmal ruhig und entspannt Sushi essen gingen, um uns zu beruhigen. Never ever again tu ich mir das an. Nächstes Jahr muss ich besser planen!

Was auch absolut zu kurz kam, war das Keksebacken. Ich bin ja prinzipiell kein besonders großer Fan von Weihnachtskeksen, aber gar keine Kekse gehen natürlich auch nicht, und der Mann protestiert vehement, wenn nicht wenigstens Vanillekipferl zur sofortigen Behandlung von akuter Keksgier zur Verfügung stehen. Vier Sorten schaff ich normalerweise schon mindestens, und es sind auch immer ein paar Experimente dabei, die es dann ins Standardsortiment schaffen.

Diese Ministollen, die ihr vielleicht schon auf ein paar anderen Blogs entdeckt habt, haben es mir dieses Jahr besonders angetan, und ich hab diesen Advent tatsächlich auch schon mehrere Ladungen davon gebacken. Ich mag, dass sie so ungewöhnlich sind und sich auch wunderbar als Geschenk für Verwandte und Freunde machen. Oh, und sie sind köstlich, das aber nur so nebenbei. Wenn ihr sie heute Nachmittag noch backt, dann sind sie bis morgen Abend fertig ;)

stollen
Für zwei Bleche

Zutaten:
  • 100g getrocknete Cranberrys (meine hab ich vom Hofer) – falls ihr keine auftreiben könnt, nehmt Rosinen, Datteln oder Marillen, das hab ich erfolgreich getestet!
  • 2 EL Inländerrum
  • 2 EL Orangensaft
  • 300g Mehl
  • 2 gestr. Teelöffel Backpulver
  • ½ TL Zimt
  • ¼ TL Kardamom
  • ¼ TL gemahlener Ingwer
  • 75g brauner Zucker
  • 100g Butter
  • 150g Topfen
  • Schale von 2 Bio-Orangen
  • Ein paar Tropfen Bioorangenöl
  • Mark 1 Vanilleschote
  • Haferdrink, Milch oder Ähnliches
  • 100g gehackte Pistazien
  • 100g Marzipan
  • 50g Butter, geschmolzen
  • Staubzucker
Zubereitung: Cranberries grob hacken, mit Inländerrum vermischen und 2 Minuten in der Mikrowelle erhitzen. Dann mit Orangensaft übergießen und ca. 15-20 Minuten stehen lassen. Das Marzipan inzwischen, damit man es besser reiben kann, in den Tiefkühler stellen. Mehl mit Backpulver, Zimt, Kardamom und Ingwer vermischen.
Butter in der Mikrowelle erweichen, dann mit Topfen, Orangenschale, Bioorangenöl und Vanillemark mit einem Schneebesen oder dem Handmixer verrühren. Anschließend Mehlmischung darübersieben und mit den Händen oder einem Holzlöffel zu einem Teig verarbeiten. Bei mir war der arg trocken (liegt wohl am Topfen) und so habe ich so lange Haferdrink dazugegeben, bis der Teig zu verarbeiten, aber nicht klebrig war. Zuletzt die eigeweichten Cranberries, die Pistazien und das mit einer Reibe grob geriebene Marzipan hinzufügen und alles durchkneten. Mein Teig war etwas klebrig.
Mit einem Teelöfferl Teig abstechen und mit den Händen zu kleinen Kugeln rollen. Auf ein Backblech setzen und bei 180 Grad 12-15 Minuten backen.
Inzwischen Butter in der Mikrowelle schmelzen lassen. Kekse aus dem Ofen holen und auf ein Kuchengitter setzen. Rundherum mit geschmolzener Butter einpinseln, anschließend in Staubzucker wälzen. 
Ministollen 1
 
Es ist tatsächlich so, dass die Kekse besser werden, wenn man sie nicht gleich isst, also luftdicht lagern und mindestens einen Tag bis zum Kosten warten. Viel Durchhaltevermögen und eine schöne Zeit bis zum 24! 

Weiterlesen...

23.11.2014

REZEPT: Shimejipilze mit Ingwer und Karotten

Lebensmittelgroßmärkte sind mein finanzieller Tod. Das allererste Mal war ich vor zwei Jahren bei Metro, da wir für die Band diverse Einkäufe erledigen mussten. Mein lieber Musikerkollege M. war dabei und konnte hautnah beobachten, wie ich wie eine Irre von Regal zu Regal stürmte, quietschend Lebensmittel und Zutaten, die wir aber sowas von nicht für unsere Grillerei brauchten, in den Einkaufswagen schaufelte und danach weiter zum nächsten Gang zischte. 

M., der riesengroß und sehr sehr geduldig ist – deshalb war er es, der mich begleitete - legte alles mit einem stoischen Gesichtsausdruck zurück, wenn er glaubte, dass ich nicht hinsah. Zuletzt hatten wir trotz seiner Bemühungen zwei randvolle Einkaufswägen voll mit Lebensmitteln und Alkoholika, die nicht alle auf der Einkaufsliste zu finden gewesen waren. Wie froh war ich damals, dass wir mit der Vereinsbankomatkarte bezahlen konnten – sonst hätte ich nämlich zum Begleichen der Rechnung einen Kleinkredit aufnehmen müssen.

Da ich nach diesem Wahnsinnseinkauf über eine von drei vereinseigenen Metrokarten verfüge, darf ich jetzt offiziell in den Großmarkt, wann immer ich will. Ich will nur nicht allzu oft, denn erstens liegt der Markt nicht gerade in der Nähe unserer Wohnung, zweitens sind die riesigen Abgabemengen doch etwas unpraktisch und drittens ist der Großmarkt nicht so billig, wenn man nicht gerade ein Restaurant mit 50 Sitzplätzen führt. Der weltbeste Freund und ich gönnen uns daher nur alle heiligen Zeiten einen Besuch und klopfen uns dann gegenseitig auf die Finger, wenn der eine mit Dackelblick die zehnte BBQ-Saucen-Sorte anschleppt und die andere wieder einmal aus Gier nicht von den exotischen Käsesorten lassen kann.

Wohingegen wir uns aber beide einig sind, ist die Genialität der Obst- und Gemüseabteilung. Was es da alles gibt! Obst aus aller Herren Länder! Lustig geformte Melanzani! Chilis in allen Schärfegraden! Und Pilze. Oh. Pilze. Bei denen kann ich mich nicht zurückhalten, es geht einfach nicht. Wenn ich schon einmal die Möglichkeit habe, Sorten abseits von Austernpilzen und Champignons zu kaufen, dann kenn ich kein Halten mehr... Und daheim wird dann gekocht – wie zum Beispiel diese Shimeji-Pilze mit Ingwer und Karotten.

Shimejipilze mit Ingwer und Karotten
Für zwei großartige Portionen. Das Rezept stammt aus diesem Buch.

Zutaten:
  • 1 TL Pflanzenöl
  • 1 kleine Karotte, zündholzdick geschnitten
  • 2 Packungen Shimeji-Pilze, das dicke Ende abgeschnitten
  • 1 daumengliedgroßes Stück Ingwer, gerieben
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Sake
  • 1 EL Sojasauce
  • Sesamöl
  • Optional: Sesamsamen und Petersilie für die Garnierung
Zubereitung: In einem Wok das Öl erhitzen und die Karottenstifte darin unter Rühren ca. 1 Minute lang braten. Ist der Wok richtig heiß, sind die ruckzuck soweit. Die Pilze hinzufügen und noch eine Minute länger braten. 

Nun Ingwer, Zucker, Sake und Sojasauce hinzufügen und braten, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Auf heißem Reis mit ordentlich Sesamöl (und den optionalen Zutaten) servieren. Das Gericht schmeckt auch noch kalt, ist aber heiß besser.

Weiterlesen...

02.11.2014

REZEPT: Udon mit Miso-Lauch-Erbsen-Sauce

Langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben – in der Früh aufstehen, mich schnell fertig machen, versuchen, die Wallemähne zu bändigen, etwas Fesches anziehen, zur Schule radeln, versuchen, nicht allzu abgekämpft auszusehen, im Konferenzzimmer alles zusammenpacken, in die Klassen zu laufen und dann Unterricht zu machen, der mir gefällt und bei dem ich das Gefühl habe, dass alle Beteiligten etwas mitnehmen, schaff ich schon ganz gut.

Das Einzige, das ich noch immer nicht ganz hinbekomme, ist das regelmäßige Ausprobieren von neuen Rezepten, damit ich euch am Blog auch etwas Tolles präsentieren kann. Ich koche zwar brav fast immer noch täglich, aber in den ersten zwei Monaten meines Berufslebens habe ich mich eher auf Altbewährtes fokussiert und nicht so sehr experimentiert. Dazu hatte ich weder Zeit noch Muße, was dazu geführt hat, dass ich in den letzten Wochen in regelmäßigen Abständen das Gleiche gegessen habe.

So geht das nicht weiter, findet ihr nicht auch? Deshalb habe ich jetzt beschlossen, dass wieder mehr Leben in die Bude kommen muss! Dieser Vorsatz lässt sich auch wunderbar mit dem Vorsatz kombinieren, wieder mehr japanisch zu kochen, Kochbücher hätte ich ja genug und nach einem Besuch bei Yamamoto in Graz habe ich wieder einmal festgestellt, wie toll japanisches Essen abseits von Sushi eigentlich schmecken kann.

Japanische Hausmannskost eignet sich auch für die schnelle Küche, deren Anhänger ich momentan bin, besonders gut – die meisten Rezepte kommen mit Zutaten aus, die ich ohnehin immer im Haus habe, die Gerichte sind schnell zuzubereiten und das Wichtigste: Sie schmecken einfach köstlich. Den Anfang der Reihe macht dieses tolle, sättigende Gericht mit Sojafaschiertem, Miso und Udon-Nudeln.

Udon mit Misolaucherbsensauce 2
Für drei Portionen, das Rezept stammt ursprünglich aus diesem Buch.

Zutaten:
  • 40g Sojafaschiertes (oder 200g Faschiertes)
  • 150g Lauch (der weiße Teil)
  • 20g Ingwerwurzel
  • Pflanzenöl
  • 100ml Dashi oder Gemüsesuppe
  • 1 EL Sake
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL brauner Zucker
  • 50g weiße Misopaste
  • 50g rote Misopaste
  • 3 Pkg. Udon
  • 100g Tk-Erbsen
  • eventuell Frühlingszwiebel und Chilipulver für die Garnitur
Zubereitung: Falls Sojafaschiertes verwendet wird, 5-10 Minuten in kochendem Salzwasser einweichen und dann abseihen. Lauch in dünne Ringe schneiden, Ingwer fein hacken oder reiben. In etwas Pflanzenöl anbraten, bis der Lauch etwas zusammengefallen ist, dann das Faschierte dazu und kurz mitbraten (bei echtem Fleisch krümelig braun braten, bei Sojafaschiertem ist das nicht so genau). 

Dashi, Sake, Sojasauce, Mirin, braunen Zucker und Misopasten hinzufügen und bei niedriger Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen, dabei dickt die Sauce etwas ein. Zuletzt die TK-Erbsen unterrühren und kurz mitkochen lassen. 
Udon-Nudeln nach Packungsanleitung zubereiten, auf Schüsseln aufteilen und die Sauce darauf verteilen. Mit gehackten Frühlingszwiebeln und Chilipulver garnieren.

Weiterlesen...