02.11.2014

REZEPT: Udon mit Miso-Lauch-Erbsen-Sauce

Langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben – in der Früh aufstehen, mich schnell fertig machen, versuchen, die Wallemähne zu bändigen, etwas Fesches anziehen, zur Schule radeln, versuchen, nicht allzu abgekämpft auszusehen, im Konferenzzimmer alles zusammenpacken, in die Klassen zu laufen und dann Unterricht zu machen, der mir gefällt und bei dem ich das Gefühl habe, dass alle Beteiligten etwas mitnehmen, schaff ich schon ganz gut.

Das Einzige, das ich noch immer nicht ganz hinbekomme, ist das regelmäßige Ausprobieren von neuen Rezepten, damit ich euch am Blog auch etwas Tolles präsentieren kann. Ich koche zwar brav fast immer noch täglich, aber in den ersten zwei Monaten meines Berufslebens habe ich mich eher auf Altbewährtes fokussiert und nicht so sehr experimentiert. Dazu hatte ich weder Zeit noch Muße, was dazu geführt hat, dass ich in den letzten Wochen in regelmäßigen Abständen das Gleiche gegessen habe.

So geht das nicht weiter, findet ihr nicht auch? Deshalb habe ich jetzt beschlossen, dass wieder mehr Leben in die Bude kommen muss! Dieser Vorsatz lässt sich auch wunderbar mit dem Vorsatz kombinieren, wieder mehr japanisch zu kochen, Kochbücher hätte ich ja genug und nach einem Besuch bei Yamamoto in Graz habe ich wieder einmal festgestellt, wie toll japanisches Essen abseits von Sushi eigentlich schmecken kann.

Japanische Hausmannskost eignet sich auch für die schnelle Küche, deren Anhänger ich momentan bin, besonders gut – die meisten Rezepte kommen mit Zutaten aus, die ich ohnehin immer im Haus habe, die Gerichte sind schnell zuzubereiten und das Wichtigste: Sie schmecken einfach köstlich. Den Anfang der Reihe macht dieses tolle, sättigende Gericht mit Sojafaschiertem, Miso und Udon-Nudeln.

Udon mit Misolaucherbsensauce 2
Für drei Portionen, das Rezept stammt ursprünglich aus diesem Buch.

Zutaten:
  • 40g Sojafaschiertes (oder 200g Faschiertes)
  • 150g Lauch (der weiße Teil)
  • 20g Ingwerwurzel
  • Pflanzenöl
  • 100ml Dashi oder Gemüsesuppe
  • 1 EL Sake
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL brauner Zucker
  • 50g weiße Misopaste
  • 50g rote Misopaste
  • 3 Pkg. Udon
  • 100g Tk-Erbsen
  • eventuell Frühlingszwiebel und Chilipulver für die Garnitur
Zubereitung: Falls Sojafaschiertes verwendet wird, 5-10 Minuten in kochendem Salzwasser einweichen und dann abseihen. Lauch in dünne Ringe schneiden, Ingwer fein hacken oder reiben. In etwas Pflanzenöl anbraten, bis der Lauch etwas zusammengefallen ist, dann das Faschierte dazu und kurz mitbraten (bei echtem Fleisch krümelig braun braten, bei Sojafaschiertem ist das nicht so genau). 

Dashi, Sake, Sojasauce, Mirin, braunen Zucker und Misopasten hinzufügen und bei niedriger Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen, dabei dickt die Sauce etwas ein. Zuletzt die TK-Erbsen unterrühren und kurz mitkochen lassen. 
Udon-Nudeln nach Packungsanleitung zubereiten, auf Schüsseln aufteilen und die Sauce darauf verteilen. Mit gehackten Frühlingszwiebeln und Chilipulver garnieren.

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19.10.2014

VERSTREUTES: Erwachsen werden

Erschlagen von Heften, Informationen und Terminen war ich in den letzten Wochen auf Tauchstation, denn ich hab jetzt einen Job. Und damit meine ich nicht einen Sommerjob, einen Nebenjob oder einen Sonstwasjob, sondern einen richtigen, echten. Nach dem Abschluss meines Studiums bin ich jetzt AHS-Lehrerin für Deutsch und Englisch in Graz und finde es ganz großartig. Unterrichten bereitet mir eine Riesenfreude, und die Arbeit mit zwei richtigen Schulklassen ist jeden Tag spannend und herausfordernd.
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Auch wenn der Einstieg ins Lehrerdasein bedeutete, dass ich mir ganz viel neue Kleidung anschaffen musste ;)
Aber ich muss eines zugeben: Auch wenn ich nur 6 Stunden die Woche zum In-der-Klasse-Stehen eingeteilt bin, die Umstellung von Studenten- auf Erwachsenenmodus ist nicht leicht. Ich muss auch gestehen, dass mich manches wirklich ziemlich, ähm, geflasht hat.

Geld zu verdienen, zum Beispiel. Dankenswerterweise haben mir meine Eltern das Studium finanziert und mir immer wieder bei finanziellen Engpässen unter die Arme gegriffen. Da ich nun aber richtig echt wirklich (!!!) jedes Monat Geld auf mein Konto überwiesen bekomme, das ich selbst ehrlich und hart verdient habe, und Teil der arbeitenden Bevölkerung bin, muss ich nun lernen, mit dem auszukommen, was ich zur Verfügung habe. Ich muss nun auch damit leben, dass die Rechnungen am Monatsersten, das Geld aber erst am 15. kommt. Schräg, so abhängig von Terminen zu sein.

Und überhaupt, Termine! Ja, ich hatte auch auf der Uni Kurse, zu denen ich regelmäßig erscheinen musste, und auch in der Schule gabs damals, lang ists her, den Stundenplan. Aber diese Dinge standen in keinem Verhältnis zu dem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe und wohl auch in Zukunft erleben werde. Da sind die sechs Unterrichtsstunden, wo ich natürlich pünktlich auf der Matte stehen muss, denn zu spät kommen ist keine Option. Und die Gangaufsichten, Konferenzen, Seminare mit Anwesenheitspflicht auf der pädagogischen Hochschule,  deren Termine sich andauernd ändern, Bandprobe, Treffen mit Freunden – ohne Terminkalender wäre ich absolut aufgeschmissen, weil ich nicht mehr wüsste, was wann wo stattfindet. Früher war ich einfach da oder nicht. Heut MUSS ich da sein. Wenn ich also mein Smartphone samt Google-Kalender nicht dabei habe, werde ich absolut unrund. Meine Anwesenheit ist nämlich plötzlich essentiell! Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt...

Ich habe todkranke Meerschweinchen gepflegt, Zimmerpflanzen gezüchtet und wenig talentierte NachhilfeschülerInnen bis zur Matura gebracht, aber niemand hat mich darauf vorbereitet, wie es ist, wenn 20 eifrige Sechstklässler nach einer turbulenten Stunde auf einmal alle ein Mitarbeitsplus wollen oder die Englischklasse verwirrt schaut, weil man es einfach nicht schafft, den Stoff so aufzubereiten und herunterzubrechen, dass ihn auch 14-Jährige verstehen. Die Jahresplanung für beide Klassen ist eine Riesenherausforderung, ich muss Material gestalten, SchülerInnen prüfen und Schularbeiten zusammenstellen. Und auch, wenn ich weiß, dass ich das alles dieses Jahr sicher meistern und gut schaffen werde, ein bisschen flau im Magen ist mir schon, wenn ich an all die Verantwortung denke, die mir da überantwortet wurde. Is ja auch ka Lercherlschaß, wie die Steirer zu sagen pflegen. Aber ich arbeite hart daran, ein respektables Mitglied der Gesellschaft zu werden.

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Wenn da die Dauermüdigkeit nicht wäre. Himmelherrgott, was hab ich geseiert, gesumpert und gesudert, wenn der weltbeste Freund nach einem langen Arbeitstag einfach am Sofa zusammengebrochen ist. „Wieso machen wir so selten was? Warum willst du nie ins Kino gehen? Und weshalb schläfst du immer bei den spannenden Serien ein?“

Well well. Ich bin letztens bei The Strain eingeschlafen. Schaut euch einfach den Trailer an, dann wisst ihr eines: Bei der Serie schläft man nicht ein. Das tut man einfach nicht. Aber wenn man so ermattet und von neuen Eindrücken erschlagen ist, dass man die Augen abends kaum noch offen halten kann, freiwillig um 10 Uhr im Bett liegt und das Licht ausmacht, weiß man eins: Die Zeiten des Die-ganze-Nacht-wach-seins-und-am-nächsten-Morgen-dann-eh-voll-fit-Seins sind vorbei, Baby.

Oh, und die Zeiten von Anime-Bingewatching, stundenlangen Kochsessions unter der Woche und von faulen, unproduktiven Tagen sind es auch. 24 Stunden sind definitiv zu kurz für all die essenziellen Dinge des Lebens, und damit meine ich nicht nur die Vor- und Nachbereitung der Stunden und das Korrigieren von Schülertexten, sondern auch das Pflegen von Sozialkontakten, Hobbies  und Nichtstun. Stefan Raab hat es schon vor Jahren so schön auf den Punkt gebracht: „Wir haben doch keine Zeit!“ Deshalb ist hier grad alles in der Schwebe, auch wenn ich fleißig Fotos mache und koche. Aber ich arbeite dran, wieder mehr Output zu liefern.

Bis dahin wünsch ich euch alles Liebe. Drückt mir die Daumen!

P.S.: Die wunderschönen Fotos hat übrigens mein lieber Freund Peter aka Tastylicious geschossen, damit ich auf der Schulhomepage richtig gut ausschaue. Schaut mal bei ihm vorbei und bewundert, was er sonst so macht – und vergesst nicht, seine FB-Page zu liken! :)

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12.10.2014

AUSWÄRTS ESSEN: Die süße Luise

Frühstücken zu gehen ist ein ganz besonderer Luxus, den ich mir nur sehr selten gönne, obwohl ich wirklich gerne ausgiebig frühstücke. Wenn ich mich dann schon einmal dazu aufraffe, mein wirres Haar vor der ersten Mahlzeit des Tages zu bändigen und mich außer Haus zu bewegen, muss der Ort, den ich aufsuche, schon wirklich die Mühe wert sein. Wie die süße Luise zum Beispiel.

Sie liegt idyllisch mitten am Lendplatz einen Katzensprung von der Innenstadt entfernt, und ist so klein, dass man, wenn sie gerade zu hat, schon einmal an ihr vorbeiläuft. Hat sie aber offen und der Tag ist schön, dann ist es schwer, überhaupt einen Tisch zu bekommen, weil so viele Tagesgäste und Marktbesucher die winzigen Tische im Freien bevölkern. Aber das ist auch verständlich, denn das Lokal, das die Größe einer überdimensionierten Schuhschachtel hat, im Shabby Chic eingerichtet und mit vielen bunten Blumen – sowie einem Klavier! – dekoriert ist, verströmt ja auch einen ganz eigenen Charme. So fühlt man sich sofort heimisch – und dann schmeckt das Frühstück ja bekanntlich gleich noch einmal so gut.

Ich war bereits im Spätsommer dort, aber dann startete das Unterrichtspraktikum und BÄM – keine Zeit zum Bloggen mehr, weil ich am Abend nach der Schule nur noch tot am Sofa lag und mir ermattet eine Serie nach der anderen reinzog. Dabei sollte für die Süße Luise dringend Werbung gemacht werden, es ist nämlich ganz ausgezeichnet zu frühstücken dort. Jetzt, wo das Wetter noch so schön ist, solltet ihr dringend vorbeischauen!

Frühstück gibts von 08.00 bis 13.00, im Herbst wird die Aufsperrzeit laut der freundlichen Besitzerin eine Stunde nach hinten verlegt. Das Frühstücksangebot ist klein, aber fein – es gibt z.B. Joghurt mit Früchten und Honig, einen Avocadosalat mit Tomaten, Oliven und Kernöl, Frischkäse mit Gemüse und Waldbauernbrot oder Ham and Eggs. 80% der Zutaten für die Gerichte stammen direkt vom Markt und den lokalen Anbietern, der Schinken zum Beispiel kommt von der Firma Feiertag, die nur 100 Meter entfernt ihren Stand hat. Gekocht wird in einer winzig kleinen Küche direkt unter den Augen der Besucher. Freunde des Süßen werden sicher mit dem großen Angebot an selbstgebackenen Kuchen glücklich, es gibt 25 verschiedene Sorten, die im Wechsel von den Mitarbeiterinnen gebacken werden, zu entdecken.
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Ich habe das “Marktfrühstück” verspeist, das einzige wirkliche Frühstücksangebot auf der Karte. Für € 6,90 bekommt man hier wirklich etwas für sein Geld – der Teller bog sich unter frischem Gemüse, Obst, Käse- und Fleischspezialitäten, sodass die dazugebrachten vier Stücke Brot nicht ausreichten und ich gemeinsam mit meiner Freundin Ula, die mit dabei war, noch einmal zwei Stücke extra bestellte, um all die guten Sachen auch standesgemäß verspeisen zu können. Dazu genehmigten wir uns noch ein weiches Ei mit Schnittlauchbrot (€ 2,80) sowie als Nachspeise jeweils ein Stück Pflaumen-Streusel-Kuchen und Schoko-Amarena-Kuchen.
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Für Vegetarier bietet die süße Luise allerhand – alle Frühstücksspeisen kann man auch fleischlos bestellen, und auch Sojamilch wird angeboten.

Süße Luise 3

Die süße Luise ist wirklich einen Besuch wert. Fast ärgere ich mich, dass ich diesen Sommer nicht öfter dort war – das wird in den nächsten Sommerferien nachgeholt!

Die süße Luise
Lendplatz – Stand 9
8020 Graz

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07.09.2014

GETESTET und REZEPT: Gefüllte Paprika mit Naturreis von Reishunger

Ich habe von Reishunger ja nicht nur ein Reissieb bekommen, sondern auch drei Sorten Reis, die ich mir selbst aussuchen durfte. Alle drei waren ausgezeichnet, wenn auch mengenmäßig eher etwas für den hohlen Zahn – ein 200g-Päckchen füllt gerade einmal eineinhalb Tassen meines Reiskochermaßes und ich koche normalerweise unter zwei Tassen keinen Reis, weil sich der ganze Aufwand nicht wirklich auszahlt.

Reishunger ist an sich schon eine feine Sache. Die verschiedenen Reissorten sind von toller Qualität, das angebotene Zubehör wahrscheinlich nicht so einfach online zu finden – die verschiedenen Reiskocher alleine sind ein Grund, dort einzukaufen, und sollte meiner irgendwann seinen Geist aufgeben, weiß ich, woher ich einen adäquaten Ersatz bekomme – und auch sonst ist es schön, dass man das Gefühl bekommt, die Menschen hinter Reishunger sind wirkliche Reisfans.

Der einzige Nachteil ist, dass ich in Österreich wohne. Die Versandkosten sind zwar mit 7,90 Euro nicht übertrieben hoch, aber im Gegensatz zu Deutschland, wo ab 30 Euro gratis versendet wird, fühlt man sich als Österreicherin schon etwas benachteiligt. Als Studentin wollte ich mehrmals Reis bestellen, aber die Versandkosten haben mich immer davon abgehalten. Da ich jetzt aber ein Gehalt bekomme, wird sich meine Einstellung dazu wohl etwas ändern, ich muss ja jetzt nicht mehr jeden Euro umdrehen.

Ich war ein bisschen unkreativ bei den Gerichten, die ich mit den Reissorten gekocht habe. Einmal gab es den Basmati-Naturreis mit Letscho nach Steph und dann japanischen Curry mit dem köstlichen Sushireis. Aber einmal hab ich mich richtig ins Zeug gelegt, weil ich Besuch aus Deutschland hatte, und habe zusammen mit meinem Freund René gefüllte Paprika gemacht. So lange es noch billig Paprika am Markt gibt, solltet ihr die unbedingt nachkochen. Wenn ihr nur zu zweit seid, könnt ihr dann locker mehrmals gefüllte Paprika essen, denn sie sind sehr sättigend!

Reishunger 5
Zutaten:
  • 2 Dosen Tomaten (400ml pro Dose)
  • 1 TL Zucker
  • Salz, Pfeffer, Chiliflocken
  • 8 große, von selbst stehende Paprikaschoten
  • 700g gekochter brauner Rundkornreis
  • Öl
  • 1 große weiße Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 3 El Rosinen, in etwas Wasser eingeweicht
  • 2 gehäufte EL Pinienkerne, in einer Pfanne hellbraun geröstet
  • 1 Tomate, fein gewürfelt
  • 1 kleiner Bund Petersilie, fein zerzupft (etwas für die Deko beiseite legen)
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Garam Masala
  • 2 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer, Szechuanpfeffer (optional)

Zubereitung: Reis nach Packungsanleitung zubereiten – ich habe meinen im Reiskocher gekocht.
Tomaten aus der Dose, Zucker, Salz, Pfeffer und eine Prise Chiliflocken in einem kleinen Topf erhitzen, die Tomaten mit einem Kochlöffel etwas zerdrücken und ca. 5 Minuten einkochen lassen. Nachwürzen und in eine ofenfeste Form gießen. 
Nun die Paprika waschen, den Deckel abschneiden und entkernen. In einem großen Topf Wasser kochen, salzen und die Paprika mit Deckeln im kochenden Wasser ca. 5 Minuten blanchieren. Herausnehmen, abtropfen lassen und die Paprika in die Tomatensauce stellen. Die Deckel beiseite stellen, die brauchen wir erst später.
Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin anschwitzen. Dann Knoblauch, Pinienkerne, Tomaten und Petersilie hinzufügen. Mit Gemüsebrühe aufgießen, mit Garam Masala und Tomatenmark würzen und dann den Reis hinzufügen. Gut durchrühren, dann würzen, kosten, eventuell nachwürzen und vom Herd ziehen. 
Mit Hilfe von zwei Löffeln nun die Paprika füllen (übrige Füllung am besten gleich naschen!). Die Deckel darauf setzen und die Paprika ins auf 180 Grad vorgeheizte Rohr schieben. So lange backen, bis die Paprika etwas schrumpelig geworden sind. Mit Petersilie garniert servieren.

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03.09.2014

GETESTET: Reishunger - Reiswaschsieb

Reishunger ist eine dieser Seiten, die mich sehr traurig machen – Reis ess ich nämlich wirklich kiloweise, da ich ja einen Reiskocher besitze, aber ich hatte irgendwie nie das Kleingeld, um mir eine Luxusreisbestellung samt Versandkosten von Reishunger leisten zu können. Dabei hätte ich so gern richtig guten Reis getestet und saß immer sabbernd vor dem MacBook, weil der Reis so verlockend aussah und die Beschreibungen so köstlich klangen. 

Obwohl ich ja eigentlich ungern Werbung für Firmen mache bzw. noch nie mit einer Firma kooperiert habe, konnte ich also nicht nein sagen, als mir meine liebe Bloggerfreundin Mitzia von cook'n'roll anbot, mich mit Max von Reishunger bekannt zu machen. Durch ihre Initiative durfte ich dieses Monat nicht nur drei Premium-Reise (schon wieder so ein zweifelhafter Plural) testen, sondern darf nun auch endlich ein original japanisches Reiswaschsieb mein Eigen nennen!

Zum Testen habe ich von Reishunger drei Sorten erhalten, nämlich Sushireis, braunen Rundkornreis in Bioqualität und Vollkornbasmatireis in Bioqualität. Ich hab mich dabei eher an Standardsachen gehalten, weil ich dachte, dass ich die am ehesten mit denen vergleichen kann, die ich schon kenne.  Schwarzer und roter Reis sind ja schön und gut, aber wenn der köstlich ist, woher weiß ich dann, dass er auch der beste ist, wenn ich noch nie solche exotischen Reissorten gegessen habe?

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Als Handmodel stellte sich mein Freund René dankenswerterweise zur Verfügung.
Das Reischwaschsieb wollte ich auch testen, weil man ja viele Reissorten wie z.B. japanischen Reis vor dem Verzehr gründlich waschen muss, das aber immer zu einer unendlichen Aktion ausartet. Wer das von euch nicht kennt, Sushireis muss vor dem Essen noch gut gewaschen werden, denn wenn das Wasser zu milchig ist, schmeckt er nicht gut. Und bis all das Milchige weg ist, kann es dauern. Und dauern. Und…Graaah! Weil ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin, führen meine Waschkünste oftmals nicht zum gewünschten Ergebnis, vor allem, weil ich ziemlich häufig Reis bei den Waschungen verliere, wenn ich nach dem x-ten Mal Wasser-in-die-Schüssel-Nachgießen etwas aggressiv werde.

Weiters braucht diese Methode Unmengen an Wasser, da das Sieb unter fließendes Wasser gehalten wird, dann eine kleine Schüssel mit Wasser gefüllt wird, das Wasser da reinkommt, das Sieb wieder reingestellt wird, der Reis gewaschen wird, das Wasser weggeschüttet wird… You are getting the idea.

Das Reiswaschsieb, natürlich eine japanische Erfindung (für gestresste Hausfrauen, wie ich annehme), soll die Arbeit erleichtern. Es ist eine Schüssel mit lustigen kleinen Löchern knapp neben dem Ausguss, und eigentlich ist es selbsterklärend. Man gibt die gewünschte Menge Reis in die Schüssel, gibt Wasser dazu, poliert den Reis sanft und gießt dann das Wasser ab. Das macht man so lange, bis das Wasser klar ist.

Hier seht ihr meine zwei Methoden – die linke ist die alte, sehr provisorische, die rechte zeigt das Reischwaschsieb.

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In der Theorie ist das Ding super, und auch in der Praxis schlägt es sich wacker. Da kaum Reis mehr verloren gehen kann. Das Waschen geht ganz einfach, man braucht nicht so viel Wasser und ich ärger mich viel weniger, weil keine Reiskörner durch die Maschen schlüpfen oder einfach beim Polieren aus dem Sieb geschleudert werden. Für Reis ist so ein Ding also nice to have, wenn auch kein absolutes Muss. Menschen, die weniger Reis als ich verdrücken, brauchen so ein Ding sicher nicht, aber für heavy user ist es eine tolle Arbeitserleichterung. Besonders mit japanischem Reis, für den es wohl auch konzipiert ist, funktioniert es echt gut!

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Wenn ich jetzt noch etwas jammern müsste, würde ich anbringen, dass man leider den Reis nicht direkt im Reissieb abtropfen lassen kann, dafür braucht man also wieder ein Sieb. Will man also wirklich perfekten, weil auch abgetropften Reis, kommt man um die umständliche Siebmethode nicht herum. Weiters ist es nicht geeignet für Quinoa und andere kleinere Körner, da die Abgießlöcher zu groß sind.

Wer jetzt auch unbedingt so ein Reiswaschsieb braucht, schaut doch mal bei Reishunger vorbei. Für knappe 7 Euro ist es auch wirklich ein leistbares Gadget. Für den Fall des Falles, dass ihr mit euch hadert, ein Küchengerät mit nur einem Nutzen anzuschaffen: Falls es sich doch nicht als so praktisch entpuppen sollte, kann man es immer noch als Schüssel verwenden ;)

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31.08.2014

REZEPT: Zwetschkenröster für das Blogevent "Presley, PinUps und Petticoats - We love the 50s"

Als Mitzia und Conny zum Blogevent "Presley, PinUps und Petticoats - We love the 50s" aufgerufen haben, wollte ich unbedingt mitmachen (die Preise!!!), aber die Inspiration wollte und wollte nicht kommen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich die ganze Sache von der falschen Seite angegangen bin!


Mit den 50er-Jahren verbindet man ja ganz schnell flotten Rock’n’Roll, fliegende Röcke und fette Burger, und ich kann jedem dieser drei Dinge durchaus etwas abgewinnen. Aber ganz ehrlich, wenn ich an diese Zeit denk, dann denk ich an meine Oma. Sie ist die Meisterin der Vorratshaltung, des Schwammerlsuchens und des Restlessens und war zur Zeit nach dem zweiten Weltkrieg besonders gefordert, immer gutes Essen für ihre Familie zu zaubern. Eine gut gefüllte Speisekammer ist hierbei das Um und Auf, und ich denke gerne an die Zeit zurück, wo sie einfach fünf Gläser Marmelade und drei Gläser Kompott aus der Speis geholt sowie einen monströsen Krautkopf aus dem eigenen Garten geerntet und uns mitgegeben hat, wenn wir sie besuchen waren.

Auch wenn ich selbst zum Glück nie ein Kind der Nachkriegsgeneration war und hoffentlich auch niemals sein werde, ein bisserl vom Hamstergen hab ich neben der wilden Haarpracht von meiner Oma ja schon vererbt bekommen. Ich hab immer von allem was vorrätig, zu viel, und kann stets ein Dreigängemenü ohne einzukaufen produzieren. Klar, dass ich auch gern einrexe – schließlich will der Sommer konserviert werden, damit man in der Rüben- und Kartoffelzeit, wenn es draußen stürmt und schneit, auch ein paar Sonnenstrahlen auf dem Teller hat.

Einkochen interessiert mich besonders, seit mir meine andere Oma drei 50er-Jahre-Kochbücher vermacht hat. In denen wird genau beschrieben, wie man alle Arten von Lebensmitteln haltbar macht, wenn man keinen Kühlschrank zur Verfügung hat – der Kühlschrank, der offenbar damals noch ein ganz neumodisches Ding war, hieß Frigidaire (das Wort musste ich tatsächlich googeln!) und war wohl im Durchschnittshaushalt nicht einfach so vorhanden. Man musste also erfinderisch werden, und von den Rezepten und Tipps kann man wirklich noch etwas lernen. Leider waren die guten Hausfrauen aber früher weitaus erfahrener, als ich es bin, und so sind die Mengen- und Zutatenangaben manchmal etwas, naja, vage. Das "Kochbuch für jeden Haushalt" aus dem Jahre 1951 z.B. enthält ein absolut grandioses Rezept für Steirischen Kartoffelsalat:
"Zutaten: Zirka 75dag Kartoffeln, Essig, Öl, Salz, ziemlich viel Zwiebel
Zubereitung: Das Gemenge von Essig, Öl, Salz und feingehackter Zwiebel lässt man zirka 10 Minuten stehen. Dann drückt man mit der Gabel soviel heiße Kartoffeln ein, daß eine püreeartige Masse entsteht (221)"
Man kann davon ausgehen, dass die Kartoffeln gekocht werden müssen, aber wie viel Essig oder Öl ich nehmen soll, wenn ich das Rezept das erste Mal koche, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Von der Mengenangabe "ziemlich viel Zwiebel" (hihihiiii) will ich gar nicht erst anfangen, und die Mengen sind auch eher für eine Großfamilie berechnet.  Eine Hausfrau, die seit ihrem sechsten Lebensjahr kocht – meine Oma erzählt immer ganz stolz, dass sie in diesem Alter ihren ersten Apfelstrudel gemacht hat – weiß natürlich mit so einem Rezept etwas anzufangen.

Ich Sumperöse aber tu mir etwas schwer, wenn ich keine konkreten Mengenangaben bekomme, und so habe ich mit meinem kongenialen Einrexpartner und guten Freund Simon doch ein klares und deutliches Rezept aus Österreich vegetarisch verwendet, um neben Letscho nach Steph auch noch Zwetschkenröster einzukochen. Da ich nach dem In-die-Gläser-Füllen nur gierig die Restln aus dem Topf gekratzt habe, damit Simon nicht zu viel abbekommt, kann ich nicht sagen, wie er durchgezogen schmeckt, aber frisch war er göttlich - ich kann also schon wieder eine Kaufempfehlung für dieses grandiose Buch aussprechen. Jetzt, wo die Zwetschken reif sind, gilt: Rext Zwetschkenröster ein. Und macht viel davon, Winter is coming.

zwetschkenröster
Für 4 große Gläser
Zutaten
2 Kilo Hauszwetschken, schon reif und nicht zu sauer
400g Gelierzucker 1:2
2 Zimtstangen
3 gemörserte Gewürznelken
Schale von 1 Biozitrone, abgerieben
ein ordentlicher Schuss Rum

Zubereitung: 4 Dreiviertelliter-Marmeladengläser ganz heiß auswaschen, die Deckel in kochendem Wasser und die Gläser im Ofen bei 120 Grad sterilisieren. Zwetschken waschen, halbieren und entsteinen, schadhafte Stellen dabei wegschneiden. 
Mit Zucker, Zimt, Gewürznelken, Zitrone und etwas Wasser (falls die Zwetschken nicht ordentlich safteln) in einen Topf geben, umrühren und aufkochen. Ca. 10 Minuten bei niediger Hitze einkochen (wir haben sie etwas suppiger verkocht, weil wir das so mögen) und darauf achten, dass nichts anbrennt. 
Die Gläser aus dem Ofen holen und auf ein feuchtes Tuch stellen, kurz leicht abkühlen lassen. Zimtstange aus dem Röster entfernen, den Rum dazukippen, umrühren. Nun mit Hilfe eines breiten Trichters und eines Schöpfers den heißen Zwetschkenröster in die vorbereiteten Gläser füllen und mit den sterilisierten Gläsern so fest wie möglich verschließen. Wie bei Marmelade stelle ich die Gläser dann immer noch auf den Kopf und lasse sie auskühlen.

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25.08.2014

INFO und REZEPT: Was mach ich mit… Melanzani?

Melanzani (oder Auberginen für meine deutschen LeserInnen ;)) sind schon komisch. Man kann nicht genug von ihnen kriegen, oder man hasst sie. Im Sommer gehör ich ja eher zur ersteren Fraktion, denn ich finde, neben Tomaten verkörpert kaum ein Gemüse den Sommer mehr als Melanzani. Aber wer schon einmal so eine richtig mit Fett angesoffene, schlecht zubereitete gegessen hat, will wahrscheinlich nie mehr wieder seine Zähne in das weiche Fleisch schlagen. Dabei sind Melanzani so vielseitig!

Beim Einkaufen kann man ruhig auch einmal zu gestreiften oder weißen Sorten greifen, die schmecken auch sehr gut. Wichtig ist nur, dass die Früchte schön fest sind und keine Druckstellen haben. Bevor man die Melanzani dann zubereitet, sollte man sie in die gewünschte Größe schneiden, dann ordentlich einsalzen und stehen lassen, bis sie Wasser zieht. Das entzieht ihr Feuchtigkeit und verhindert, dass sie sich mit Fett vollsaugen – das Gemüse ist nämlich der Badeschwamm unter den Nachtschattengewächsen und kann problemlos literweise Öl aufnehmen.

Melanzani kann man auf verschiedenste Arten zubereiten. Der Klassiker für mich sind in fingerdicke Scheiben geschnittene Melanzani, die man ordentlich einsalzt, dann trockentupft, mit Kräutersalz und Pfeffer würzt und dann in einer gusseisernen Pfanne auf beiden Seiten in Öl kross anbrät. Dazu passt eine Joghurtsauce. Natürlich kann man Melanzani auch wunderbar frittieren, sie schmecken nicht nur mit klassischem Paniermehl, sondern auch mit Panko ausgezeichnet. Aber natürlich kann man sie auch in Ragouts verwenden, z.B. Ratatouille - das Rezept kann ich sehr empfehlen!.

Ich mag sie aber persönlich am liebsten in Eintöpfen wie diesem. Die neuen Kartoffeln gibts jetzt grad am Bauernmarkt - sucht euch die kleinsten aus, die ihr finden könnt!

Melanzanieintopf

Zutaten:
  • 350g Melanzani, in 1x1 Zentimeter große Würfel geschnitten
  • 100g rote Paprika in 1x1 Zentimeter große Stücke geschnitten
  • 3 Knoblauchzehen, gerieben
  • 1 Dose kleine weiße Bohnen (880g Abtropfgewicht), abgespült und abgetropft
  • 200g Zwiebel, gewürfelt
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • 500g möglichst kleine, neue Kartoffeln (größere sollten halbiert werden)
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Pimentkörner
  • Zimtstange
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 MS Macis oder Muskat
  • ½ TL Chiliflocken
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • kleingeschnittene Frühlingszwiebel zum Garnieren
Zubereitung: Melanzani in Würfel schneiden, einsalzen und etwas stehen lassen, dann das überschüssige Wasser abgießen und abtupfen. In 4 EL Olivenöl rundherum anbraten, bis sie etwas gebräunt sind, dann die Zwiebel und die Paprika hinzufügen und so lange braten, bis die Zwiebel glasig sind. Knoblauch dazugeben und 30 Sekunden mitbraten, dabei darauf achten, dass der Knoblauch nicht schwarz wird. Kartoffeln hinzufügen und kurz mitbraten. Tomaten hinzufügen und so viel Wasser angießen, dass das Gemüse gerade bedeckt ist.  Mit Piment, Zimtstange, Garam Masala, Macis und Chiliflocken würzen, aufkochen und so lange köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Dann die Bohnen hinzufügen und mit Salz. Pfeffer und Zucker abschmecken. Wie alle Eintöpfe schmeckt das Gericht aufgewärmt besser.

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