17.05.2013

217: Was lange währt

Letzte Woche waren wir für mehrere Tage in Nürnberg auf Urlaub – manchmal bin ich wirklich froh, dass es mein Studium und der Uni-Job des weltbesten Freundes erlauben, einfach so eine Woche wegzufahren! Nach einem anstrengenden Tag im Tiergarten – für untrainierte Menschen wie mich ist das Hin- und Herwandern zwischen den toll angelegten Gehegen und das Bewundern der Tiere (Affen!!!) schon so etwas wie Sport ;) – wollten wir den Abend kulinarisch ausklingen lassen. 

Im Zoo

Das O-Sha Thai in der Jakobstraße, nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt, erschien uns da als geeignete Adresse, denn nach dem mehr als anregenden Erlebnis bei einem Thailänder in Göteburg wollten wir es wieder einmal mit scharfen Currys probieren.

Überaus hungrig setzen wir uns also in den Gastgarten und warteten. Die freundliche Kellnerin nahm auch gleich unsere Getränke auf (ich entschied mich für einen hausgemachten grünen, sehr süßen Matcha-Eistee um 3,50€), die dann auch relativ schnell serviert wurden. Auch die Vorspeise (vegetarische Herbstrollen um 5,50€) wurden bald gebracht und konnten unsere knurrenden Mägen mit frischen Aromen etwas besänftigen.

O-Sha-Thai 2

Dann aber hieß es warten. Und warten. Und waaaarten.

O-Sha Thai 1

Die Bude war rappelvoll, das muss zur Ehrenrettung der Küche und der Kellner gesagt werden. Nichts desto trotz wurden wir nach über einer Stunde Wartezeit schon etwas unruhig – der hungrige Gesichtsausdruck des weltbesten Freundes sagte mir, dass er knapp davor war, irgendetwas (oder –jemanden) anzuknabbern.

Anscheinend musste man hier das Gemüse erst anbauen, bevor es verkocht werden konnte; allerdings war das Essen (abgesehen vom lieblos auf einen riesigen Teller geklatschten Reis) auch wirklich ausgezeichnet. Das rote Curry mit knackigem Gemüse und Tofu (10€), das ich bestellt hatte, war genau angenehm europäisch hosenscheißerisch gewürzt, wenn auch der Name Gäng Däng merkwürdige Assoziationen mit ‚Gang Bang’ hervorriefen ;)

O-Sha Thai 4

Das etwas schärfere Curry mit Ente des Mitessers mit dem nicht minder schrägen Namen Pad Pet (15,80€) trieb ihm gerade eine annehmbare Menge Schweißperlen auf die Stirn, ohne schmerzhaft im Abgang zu sein. Diesmal wurden auch keine Schmerztränen verdrückt - so mögen wir das!

O-Sha Thai 3

Am Tempo könnte noch gearbeitet werden, das Essen hat uns sehr geschmeckt. Wir kommen gerne beim nächsten Nürnbergbesuch wieder!

O-Sha Thai
Jakobstraße 13
90402 Nürnberg
http://www.o-sha.de/

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10.05.2013

216: Blick ins Kochbuchregal

Steph vom kleinen Kuriositätenladen ruft zum Blick ins Bücherregal auf, und weil mir die Blick-in-die-Küche-Aktion schon so viel Spaß gemacht hat, mach ich da natürlich gerne mit! Bitte sehr, hier ist mein bescheidenes Kochbuchregal, das im Gegensatz zu meinen zahlreichen anderen wirklich mickrig bestückt ist. Ist man Germanistin und Anglistin, sammelt sich wirklich viel an.

kochbuchregal

Eins vorweg: Ich habe mit nur 62 Kochbüchern nicht mehr so viele wie früher, weil der weltbeste Freund und ich irgendwann einmal ausgemacht haben, dass das Regal, das ihr hier sehen könnt, in dieser Wohnung nicht gegen ein größeres ersetzt wird. Wir haben nämlich einfach keinen Platz mehr :) Eigentlich verwende ich auch nur ein paar der Bücher, die ich behalten habe, regelmäßig. Manche Kochbücher, die ich nie benutze oder die zu viele oder gar nur Fleischrezepte enthalten, habe ich inzwischen hergeschenkt. 

Mittlerweile bin ich auch nicht mehr so kochbuchgeil wie früher und bestelle bzw. kaufe Kochbücher nicht mehr, wenn ich nicht a) entweder überschwängliches Bloggerlob darüber gehört oder b) selbst im Buchhandel reingeschaut habe. (Da kommt wieder die neue Sparmentalität durch.) Meine Lieblingskochbücher, deren Kauf ich nicht bereut habe und die ich auch regelmäßig verwende, sind hier abgebildet.

Lieblingskochbücher

Das erste Kochbuch (The Just Bento Cookbook) ist von Makiko Itoh, einer bekannten Bloggerin, die über japanisches Essen schreibt. Wer mich kennt, weiß, dass ich seeehr japanophil bin, und seit unserer Japanreise ist das nicht besser geworden. Das Buch finde ich sehr toll, weil es einfache Rezepte für Bentos und japanische Speisen aller Art beinhaltet. Alles, was ich gekocht habe, ist gelungen, und die Bentofotos sind einfach genial. Ein tolles Kochbuch.

Das zweite Kochbuch (The Fussy Eaters’ Recipe Book) beinhaltet leider jede Menge Rezepte mit Fleisch, aber als ich noch mehr davon gegessen habe, fand ich sie alle super. Das Kochbuch ist für verzweifelte Eltern, die ihre Kinder dazu bringen wollen, mehr gesundes Zeug zu essen. Funktioniert aus eigener Erfahrung auch bei festen Freunden sehr gut ;)

Das dritte Kochbuch (Vegan Cookies Invade Your Cookie Jar) steht stellvertretend für all die tollen veganen Kochbücher von Iva Chandra Moscowitz und Terry Hope Romero – beide haben unzählige Kochbücher veröffentlicht, von denen ich eine nicht unbeträchtliche Anzahl besitze. Das Cookie-Kochbuch ist heißgeliebt und die Rezepte werden sehr oft nachgebacken, z.B. die Erdnussbutterpölster. Kaufempfehlung!

Das letzte Kochbuch heißt The Asian Vegan Kitchen. Es enthält leider nur sehr wenige Bilder, deshalb verwende ich es im Gegensatz zu den anderen zwei relativ selten, allerdings sind die Rezepte sehr leicht abwandelbar und die Gerichte schmecken alle ausgezeichnet.

Kommentare in Kochbüchern

Ich verwende meine Kochbücher übrigens sehr exzessiv und gehe nicht gerade zimperlich mit ihnen um. Auch schön gestaltete Exemplare mit Lesebändchen und tollem Druck werden als Gebrauchsgegenstände behandelt, da kenn ich nix. Ich breche ohne zu zögern Buchrücken, klebe – mehr oder weniger absichtlich - Teig ein (manchmal so viel, dass man nicht mehr umblättern kann!) oder beschrifte Seiten. Wenn ich ein Rezept gekocht habe, schreibe ich auch immer was dazu, und wenn es nur ein Smiley ist – der bedeutet so viel wie „gut“. Man kann sich ja nicht alles merken ;)

Zeitschriften

An Kochzeitschriften lese ich nur das Frisch-Gekocht-Magazin vom Billa regelmäßig, da versorgt mich die Schwiegermutter in spe immer sehr zuverlässig. Sonst interessieren mich noch die diversen vegetarischen Zeitschriften und ab und zu eine Sonderausgabe (besonders bei Backausgaben interessant). 

Momentan wandern auf meine Amazon-Wunschliste (und damit irgendwann auch ins Kochbuchregal) nur noch vegane oder vegetarische Koch- und Backbücher, denn da hab ich das Gefühl, dass ich noch mehr gedrucktes Wissen vertragen könnte. Bei diesen Büchern ist mir besonders wichtig, dass nicht nur mit Ersatzprodukten gekocht wird und dass die Rezepte kreativ sind – da pflüge ich mich auch gern durch diverse Amazonbewertungen, die User sind da immer sehr kritisch, und das bewahrt vor Fehlkäufen.

Habt ihr ein Kochbuchregal? Was ist euer Lieblingskochbuch?

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06.05.2013

215: Mehr Knoblauch? Impossible.


In der letzten Bones-Die-Knochenjägerin-Folge (der weltbeste Freund und ich sind leidenschaftliche Fans!) kochte Bones Quinoa und Booth beschwerte sich beim Essen darüber, dass es kein Steak dazu gab. 

Also echt, Booth. Quinoa geht wirklich immer, als Salat, als Müsli, als Beilage, als eigenständiges Hauptgericht und sogar als sehr knoblauchige Laibchen. Nachmittagsaktivitäten, die viel körperliche Nähe erfordern, sind nach Genuss des folgenden Gerichts übrigens nicht mehr empfehlenswert - der Knoblauchcontent ist atemberaubend ;)

Quinoalaibchen mit Pecorino und Bärlauch

Zutaten für sechs Laibchen
  • 250g gekochter Quinoa (ich koche immer eine Riesenportion, mache Quinoa-Salat und nehm von dem gekochten Zeug 250g für die Laibchen weg)
  • 1 Bund (30g) Bärlauch, grob gehackt
  • 2 Stangen Schnittknoblauch oder 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 50g rote Zwiebel, fein gewürfelt
  • 10g Petersilie
  • 1 TL Tomatenmark
  • 50g geriebener Pecorino oder Parmesan
  • 30g Mehl
  • 2 Eier (lieber 3, wenn die Eier klein sind)
  • eventuell Salz und Pfeffer (hab ich gar nicht gebraucht, weil der Pecorino so würzig war)
  • Zum Panieren braucht man noch Mehl, Eier/Milch und Paniermehl/Panko
  • Öl zum Ausbacken
Zubereitung: Quinoa, Bärlauch, Knoblauch, Zwiebel, Petersilie, Tomatenmark, Pecorino, Mehl und Eier in einer Schüssel vermengen. Wenn die Mischung gar bröcklig ist, noch ein Ei hinzufügen. Aus der Mischung sechs Laibchen formen. Zuerst in Mehl wenden, dann in Eiern oder Milch drehen und anschließend mit Bröseln oder Panko panieren.
Öl in einem Topf erhitzen und die Laibchen ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Salat servieren. Eine andere Beilage ist bei diesem mächtigen Gericht nicht notwendig ;)


Mein Mai-Beitrag zum Quinoa-Event von Sarah!

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03.05.2013

214: Ein Kochbuch auf Reisen

Über dem ganzen Küchenchaos der letzten Wochen hätte ich beinahe vergessen, dass ich bei der Aktion „Ein Kochbuch auf Reisen“ von La Gusteria mitmache und mich dafür schon vor Wochen angemeldet habe – ich und mein Siebgehirn! 


Schlussendlich hat das Kochbuch „Cucina Vegana – Vegan genießen auf italienische Art“ über Nadine von nade in the kitchen aber zu mir geschafft und ich habe dann noch rechtzeitig in meiner immer noch recht spärlich ausgestatteten Küche zwei Rezepte nachgekocht (bzw. im zweiten Fall die Zutaten zusammengeschnippelt).

Gewählt habe ich einen Karottensalat und eine köstliche Pizza. Ich habe mir erlaubt, die Originalrezepte jeweils zu halbieren, weil hier nur zwei Münder zu stopfen sind und nicht vier, ansonsten habe ich versucht, mich halbwegs an das Originalrezept zu halten.

karottensalat Text

Hauptzutaten für zwei Personen laut Buch :
  • Rosinen
  • Apfelsaft
  • Karotten
  • 1 Paprika-Schote (laut Rezept eine grüne, die war aber nicht zu kriegen und ich hab eine gelbe genommen)
  • 1 Zwiebel (bei mir rot)
  • ¼ Bund Petersilie
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 EL Balsamico
  • Salz
  • Pfeffer
  • Optional und so nicht im Rezept: Sonnenblumenkerne
Zubereitung: Rosinen in Saft einweichen (bei mir über Nacht). Die Karotten raspeln, die Paprikaschote und die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken und alles mit den abgetropften Rosinen in eine Schüssel geben. Aus Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer eine Marinade rühren und über die Zutaten geben. Mit Sonnenblumenkernen bestreuen.

Karottensalat 2

Anmerkungen: Ich habe den Salat als schnelles Mittagessen gemacht und er war sehr einfach zuzubereiten, weil ich die Rosinen über Nacht eingelegt hatte und nur noch alles zusammenschmeißen musste. Geschmacklich war er ganz ok, wenn auch nicht weltbewegend, der weltbeste Freund bezeichnete ihn als „unauffällig“. Eigentlich bin ich ja kein Fan von Rosinen (verschrumpelte Zecken, brrr), aber durch das Ansaufen mit Saft waren sie gar nicht mehr so verschrumpelt und sind weder positiv noch negativ aus dem Salat hervorgestochen. Das im Buch angegebene Verhältnis von Dressing und Salatzutaten war für meinen Geschmack nicht ganz passend und ich musste ordentlich nachölen und –essigen.
Zwiebelpizza

Zutaten laut Buch und für zwei Personen:

Teigvariante 1

Für den Vorteig:
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 1 TL Roh-Rohrzucker
  • 50 ml lauwarmes Wasser
  • 5 EL Weizenmehl
 Für den Teig:
  • 400g Weizenmehl
  • 100g Hartweizengrieß
  • 1-2 TL Meersalz
  • 3 EL Olivenöl
  • Etwa 200ml lauwarmes Wasser
Teigvariante 2

Ich habe mir allerdings das Leben viel leichter gemacht und stattdessen einen einfachen Pizzateig zubereitet, der ohne Vorteig auskommt (Zeit ist Geld und ich hatte weder Weizengrieß noch frische Hefe im Haus.) Das Rezept für den Teig stammt aus diesem Buch.
  • 1 Pkg. Trockenhefe
  • 200g Mehl
  • ¼ TL Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/8 l lauwarmes Wasser
Zutaten für die Tomatensauce:
(reicht für 4 Personen, ich hab die angegebene Menge zubereitet, denn der Rest schmeckt vorzüglich am nächsten Tag zu Nudeln)
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 EL Olivenöl
  • 400g geschälte Tomaten in Stücken
  • 2 EL getrocknete Pizzakräuter
  • 1 TL Roh-Rohrzucker
  • 1 TL Balsamico (bei mir eher 1 EL)
  • 5 EL Tomatenmark
  • Meersalz
  • Pfeffer
Für den Belag:
  • 4 rote Zwiebeln, geschält und geachtelt
  • 3-4 EL Olivenöl
  • ½ EL Roh-Rohrzucker
  • ½ EL Balsamico
  • Je 1 EL fein gehackter Thymian und Oregano (gibt’s um die Jahreszeit nicht, deshalb etwas getrockneter Thymian und Oregano)
  • 70g Walnusskerne
  • Meersalz
  • Pfeffer
Zubereitung: Entweder Teigvariante 1) zubereiten (zuerst einen Vorteig bereiten, den 15-20 Minuten gehen lassen, dann den Teig zubereiten und den Vorteig hinzugeben und alles kneten, bis der Teig geschmeidig ist. Anschließend an einem warmen Ort zugedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen. Oder Teigvariante 2) machen: Alle Zutaten vermischen und so lange kneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.
Inzwischen die Tomatensauce zubereiten: Die Zwiebeln und den Knoblauch in etwas Olivenöl anschwitzen. Tomaten, Kräuter, Zucker und Balsamico hinzufügen, aufkochen und auf kleiner Flamme ca. 15 Minuten köcheln lassen. Anschließend Tomatenmark einrühren, salzen und pfeffern.
Für den Belag die Zwiebel in Olivenöl anschwitzen. Zucker, Balsamico und Kräuter hinzufügen und bei mittlerer Hitze 15 Minuten bräunen. Gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt. Die Walnusskerne unterrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Pizzateig auf einem Blech ausrollen. Die Hälfte der Tomatensauce darauf verteilen und anschließend mit der Zwiebel-Walnuss-Mischung gelegen. Eventuell etwas Olivenöl über die Pizza träufeln. Im vorgeheizten Backrohr bei 220 Grad ca. 15 Minuten backen. Achtung, die Walnüsse verbrennen leicht.

Anmerkungen: Lasst euch vom Kunstlichtfoto nicht täuschen – dieses Gericht schmeckt, pardon, ziemlich geil, hat einen interessanten Geschmack (karamellisierte Zwiebeln!!!) und ist auch verdammt gut ohne Käse (ich würd die Pizza ohne mit der Wimper zu zucken allen Fleischliebhabern vorsetzen). Der weltbeste Freund hat allerdings noch etwas Pecorino über seine Pizzahälfte gegeben und meinte, mit Käse sei sie noch besser. Die Pizza wird aufgrund der positiven Resonanz definitiv noch einmal gebacken, das Rezept ist allerdings sehr zeitaufwändig und daher eher etwas für lange Nachmittage, das Wochenende oder geladene Gäste. Die Zwiebelmischung und die Sauce lassen sich allerdings gut vorbereiten.

Das Buch selbst ist optisch nicht der Burner, da es keine Bilder der Gerichte enthält, man muss sich also schon relativ gut vorstellen können, wie das fertige Essen ausschauen bzw. schmecken soll. Weiters fehlen Angaben, wie lange die Speisen brauchen, bis sie fertig sind, das macht die Zeitplanung etwas schwierig. Es enthält aber keine übermoralischen Veganer-Texte (super!) und kreative Rezepte ohne die üblichen Verdächtigen Sojamilch, Tofu, Ersatzfleisch etc., Ich finde, beides ist positiv hervorzuheben, denn gerade bei veganen Kochbüchern ist das nicht selbstverständlich. Die meisten Rezepte scheinen sich eher für die Sommerküche zu eignen – es kommt erst einmal auf meine Wunschliste, und wenn die Tomaten- und Paprikaschwemme dann losgeht, werde ich wieder einen Blick hineinwerfen ;)

Kochbuch auf Reisen

Schaut doch einmal bei meiner Tauschpartnerin Aurelia vorbei, sie hat das Buch als nächste :)

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30.04.2013

213: Veganer essen nicht nur Erde

Den Koch/Besitzer vom Cafe Erde mit den beeindruckend langen Dreadlocks kenne ich schon lange, wenn auch nur flüchtig. Er heißt bei mir nur 'Veganer Tom' und ich muss euch sagen, er beherrscht sein Handwerk – also das des veganen Kochens – wirklich ausgezeichnet. Schon unzählige Male durfte ich seine Kreationen genießen: ganz früher, als er noch der Chef der Pastinaken (einer veganen Kochtruppe) war, und dann später, als er auszog, um sein eigenes veganes Lokal mit Catering zu eröffnen und allen eingefleischten Carnivoren die Freunde der fleischlosen Genüsse näherzubringen. Dass er kochen kann, wusste ich also schon, aber zu einem Mittagsmenü ins Lokal selbst hab ich es nie geschafft. Da musste erst das Ungeziefer ausrücken und mich aus der Küche vertreiben.

Gemeinsam mit Simon, einem Freund der lukullischen Genüsse, machte ich mich also kürzlich auf, um dem Cafe Erde einen Besuch abzustatten. Dass Tom mein Lieblingsgetränk serviert, macht ihn gleich zu Beginn des Testessens unheimlich sympathisch, und weil ich auf Simon warten musste, gönnte ich mir über einer Nachhilfestundenvorbereitung ein Gläschen.

Cafe Erde 1
Für alle, die es noch nicht wissen - der beste Eistee der Welt kommt aus Graz.

Das Mittagsmenü um wohlfeile 7,90, das anschließend von einer sehr bemühten und flotten Kellnerin serviert wurde, beinhaltete eine Zitronensuppe mit Kokosmilch, Hirse-Karotten-Laibchen mit Erbsen-Minz-Püree und einen Salat mit asiatisch angehauchtem Dressing. Ich bin ja keine Veganerin im eigentlichen Sinne, daher kenn ich mich mit dem veganen Konzept des Lokals nicht so aus (mehr darüber bei dieser GrazerBloggerkollegin, eigentlich schon cool, was die Erdlinge da auf die Beine gestellt haben), aber das Essen trau ich mich zu beurteilen.

Cafe Erde 2

Und was soll ich sagen: Simon und mir hat es wirklich geschmeckt! Die Zitronensuppe war genau der richtige Starter für die ordentliche Portion Mittagessen, das Erbsen-Minze-Püree richtig grün, minzig und genau perfekt gewürzt, und auch die Laibchen schmeckten gar nicht „vegan“, sondern knusprig-saftig. Die Salatmarinade war für mich das kleine Highlight des Menüs – ich bin gerade bei Salaten immer sehr kritisch, aber die hat meinen strengen Gaumen vollends überzeugt. Aus guter Erfahrung weiß ich, dass auch die Mehlspeisen und Cupcakes (Mit Creme. SO GUT.) einen Besuch wert sind, doch nach dem füllenden Essen konnte ich mir nicht einmal mehr einen mit Simon teilen

Cafe Erde 3

Man merkt es am frenetischen Lob: Das Cafe Erde hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Die Lage am Andreas-Hofer-Platz (Grazer wissen, das ist nicht das schönste Fleckchen in der Stadt) hat mich zu Beginn ja skeptisch gemacht, aber Tom und sein Team haben alles aus der Location herausgeholt und, was wirklich fast unfassbar ist, einen Gastgarten aufgestellt, der auch an diesem betongrauen Hort des Grauens fast gemütlich wirkt. Noch wichtiger: Das Essen ist gschmackig und schmeckt gar nicht vegan, wie man es sich gemeinhin so vorstellt – und ich war garantiert nicht zum letzten Mal dort. Aber das nächste Mal ein Cupcake als Nachspeise.

Cafe Erde 4



Cafe Erde
Andreas-Hofer-Platz 3
8010 Graz

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25.04.2013

212: Alle(s) tot

„Sag amal, liest eigentlich niemand deine Beiträge?“, fragte mich meine Freundin und treue Leserin Viki kürzlich. Nach dem letzten Eintrag hatte ich dieses Gefühl auch. Alle bewunderten die tollen Bilder von derTeeparty, aber niemand beachtete mein Gejammer über das ekligste Ungeziefer nach Kakerlaken: Mehlmilben. Doch da kann ich helfen ;)

Dieses Bild habe ich von hier.

So. Jetzt wissen es wirklich alle. Ich hatte Mehlmilben in meiner Küche. Die sehen aus wie graubrauner Staub und sind winzig klein, deshalb muss man genau hinschauen. Doch wenn man sie erst einmal entdeckt hat, dann sieht man sie überall – es ist wie eine optische Täuschung, weil sich jede Staubfluse zu bewegen scheint (und sie bewegt sich wirklich. Mit Hilfe von unzähligen Beinpaaren.) Aber jetzt ist alles anders, denn die Krabbler in meiner Küche sind dahingemetzelt. Es war ein Massaker sondergleichen, das sag ich euch! Um der Plage Herr (oder Herrin?) zu werden, habe ich mit üblen Waffen gekämpft und auch vor Schlägen unter die milbische Gürtellinie nicht zurückgeschreckt.

Jetzt im Detail und für alle, denen der Kampf noch bevorsteht (ich selbst hab mir die Finger wundgegoogelt): Ganz zu Beginn des Kampfes habe ich alles - und ich meine alles, siehe diese Fotos als Beweis, wie viel da herumstand - aus der Küche ausgeräumt und akribisch alle befallenen Lebensmittel aussortiert bzw. weggeschmissen. Am schlimmsten befallen war übrigens das Süßigkeitenregal – mitgebrachte, nicht luftdicht verschlossene Kekse aus Japan waren der Herd des Übels…Aber auch offene Flaschen (mein selbstangesetzter Vanilleextrakt, diverse Liköre etc. waren innen und außen befallen, die Viecher kommen wirklich durch die kleinsten Ritzen, Lücken und überall rein. Genau schauen lohnt sich also!)

Das, was nur äußerlich befallen war, wanderte in den Tiefkühler, denn frostige Minusgrade mag kaum ein Tierchen. Danach musste all das Geschirr in den Geschirrspüler, da die Biester auch dort herumkrabbelten. (Hier stellte ich fest, dass ich verdammt viel Geschirr und anderes Zeug in meiner Küche lagere und mein Minigeschirrspüler für solche Aktionen viel zu klein ist, denn die Waschaktion dauerte ungelogen TAGE. Der weltbeste Freund stieß sich mehr als einmal die Zehen bei Töpfen, Tellern und Tassen im Schlafzimmer an. Sein Fluchen war wahrscheinlich bis auf die Straße zu hören.) 

Anschließend räumte ich das Geschirr in andere Räume und begann Gift in die Schränke zu versprühen. Ein Milbenspray vom Tierarzt, einst für die Meerschweinchen gekauft, leistete gute Dienste, verschaffte mir allerdings einen gehörigen Brummschädel, als ich an Tag 1 ohne zu lüften kiloweise Insektizide in die Luft blies und natürlich gleich wieder einatmete. Tjaaa, die Packungsaufschrift zu lesen, bevor man sich selbst beinahe umbringt, wäre von Vorteil gewesen! Und später musste ich außerdem feststellen, dass man das Zeug sowieso nicht in Lebensmittelnähe verwenden soll. Hm.

Nachdem ich die Prozedur noch zwei Tage wiederholte, diesmal aber bei geöffnetem Fenster, und der Milbenbefall weniger wurde – es krabbelten nur noch einige sehr hartnäckige Exemplare – kam Teil Zwei des Ausrottungsplans. Nachdem ich alle Schränke sehr gründlich gesäubert hatte, wurden ein elektrischer Luftentfeuchter und ein Hygrometer angeschafft. Milben mögen es nämlich feucht und warm und wenn man kocht, hat es genau diese Voraussetzungen in der Küche. (Bei mir kommt die Küche bei einer mittelmäßigen Kochaktion auf über 60% Luftfeuchtigkeit, perfekte Brutbedingungen für meine achtbeinigen Freunde ;)) Nun drosselten der weltbeste Freund und ich die Luftfeuchtigkeit für fast eine Woche auf ungemütliche 40%. Davon kriegt man Halskratzen und trockene Augen, wenn man ein Mensch ist.
Ist man allerdings eine Milbe, bedeutet so eine Luftfeuchtigkeit den baldigen Exitus.
Der Luftentfeuchter holte über Tage literweise Wasser aus der Luft. Wir saßen röchelnd und hustend beim kargen Frühstück in der Küche. Ich glaubte, die Spinnentierchen kreischend sterben zu hören. Welch Befriedigung.

Der letzte Teil des Krieges war ein Stellungskrieg und zog sich über zwei Wochen. Zuerst kam Mutter spross mit einem Sammelsurium an chemischen Helferleins und half mir an einem schönen Samstag, die Küche bis auf den letzten Brösel zu säubern. Wir haben Schränke, Geräte und Tische verrückt (sowie Dinge gesehen), doch dann war alles blitzsauber – und ich meine sauber, so sauber war es in der Küche wahrscheinlich nur beim Einzug. Die Lebensmittel, die ich nun langsam wieder aus dem Tiefkühler holte, wanderten in luftdicht verschließbare Boxen. Viel war es nicht – ich hatte fast alles verloren, und so gab es wenig spannende Küche von Salat bis Suppe und wieder retour. Alles, was an Lebensmitteln neu ins Haus kam und für Milben interessant sein konnte, musste zuerst einen Tag in den Tiefkühler, sofern es gefriergeeignet war. Ich putzte die Regale dreimal täglich mit Essigreiniger sowie Desinfektionsmittel.

Nun, nach unzähligen Wochen des Krieges, habe ich die Küche wieder für mich. Die Schränke sind wieder gefüllt, aber die Vorräte allesamt gut verpackt und sichtbar geschrumpft. So viel Zeug kommt mir nicht mehr ins Haus, das steht fest! Die Milbeninvasion ist also vorerst zurückgeschlagen. Offen etwas ins Regal zu stellen werde ich mich so schnell nicht wieder trauen, denn da sind ja auch noch die sogenannten Dauernymphen…

Erzählt mir von eurem schlimmsten Schädlingsbefall!

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05.04.2013

211: Teekränzchen


Momentan herrscht hier der Ausnahmezustand – am Dienstag habe ich bemerkt, dass der Staub in meiner Küche lebt, denn ich habe eine Mehlmilbeninvasion. Genau hinschauen ist nicht immer gut, denn wenn man erst einmal nach ihnen sucht, dann findet man die Krabbler einfach überall. Sie sind so winzig, dass sie in alles reingekrochen sind, was ich nicht hermetisch abgeriegelt habe, und ich war leider etwas nachlässig (husthust). Nachdem ich meine für die nächste Zombieapokalypse gehorteten Lebensmittel leider fast alle wegschmeißen musste und die ganze Küche ausgeräumt habe, um den Milben die Lebensgrundlage zu nehmen, will ich nun nicht zu viel Zeit im verseuchten Zimmer verbringen, bis ich die Mistviecher gebändigt, vergast und vernichtet habe. Gekocht wird also gerade nicht.

Da kam ein kleines Teekränzchen mit Bernadette von Verkocht! und bei und mit Julia von backebackekuchen gerade recht. Mit köstlichen Scones, Sandwiches, Clotted Cream(!), Marmeladen, Tee, Kuchen und netten Gesprächen haben wir wunderbar gemütliche Stunden verbracht, ich konnte mir wieder einmal so richtig gepflegt die Wampe vollschlagen und wurde von meinen achtbeinigen Sorgen abgelenkt ;) (Bei Julia findet ihr weitere Bilder zum Bloggertreffen - sie hat auch daran gedacht, ein Gruppenfoto zu machen.) Der Nachmittag hatte wirklich alles, was das Herz begehrt!

1) Supergutes, selbstgemachtes Essen und Tee:
teekränzchen 1

teekränzchen 2

teekränzchen 6
2) Ein zuckersüßes Baby, das die Küche unsicher gemacht hat (Hach, Kilian.):
teekränzchen 3
3) Und natürlich Foodblogger, die Essen fotografieren die sich gegenseitig fotografieren, die die anderen beim Essen fotografieren fotografieren (zu dem Thema gibts übrigens auch einen tumblr):
teekränzchen 4

teekränzchen 5

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