08.02.2015

REZEPT: Matcha-Porridge mit Haferdrink und Mandelmus

Ich bin eine Jahreszeitenfrühstückerin. Im Sommer habe ich zuerst lange Zeit Brot mit Aufstrich und Gemüse gegessen, dann monatelang jeden Morgen Joghurtshakes getrunken, bis ich wieder auf Tomaten- bzw. Gurkenbrot mit Veggieaufstrich umgestiegen bin. Rechtzeitig zum Wintereinbruch begann ich Porridge zu kochen. Und wahrscheinlich futtere ich den jetzt jeden Morgen, bis der Frühling kommt und ich Haferflocken bis zum nächsten Winter nicht mehr sehen kann ;)

Meine Freundin A. und meine Schüler sind sich, was Porridge betrifft, übrigens vollkommen einig – das Zeug sieht einfach ekelhaft aus und KANN nicht schmecken. (Vielleicht hätte ich vor ihnen nicht zu Halloween Porridge mit Himbeersauce essen sollen, die ich ihnen als „Hirn mit Blut“ verkauft habe... +hust+) Ich aber finde Porridge ganz großartig.

Erstens: Porridge macht wach, und das besser als Kaffee. Man muss nämlich in der Früh kochen und kann nicht belämmert-verpennt in die Gegend starren, sonst brennt er grauenvoll an, und den Topf danach putzen zu müssen, wenn man eigentlich schon am Radl Richtung Arbeit sitzen sollte, ist das nicht sehr förderlich für ein gemütliches Frühstück.

Zweitens: Das meditative Rühren – falls nix anbrennt - ist sehr entspannend und das Zubereiten wird nach kurzer Zeit schon zum schönen Ritual.

Drittens: Porridge schmeckt echt gut und er lässt sich wunderbar variieren. Wie wäre es zum Beispiel mit aufweckendem Matcha-Porridge? Der macht euch so wach, dass ihr den ganzen Tag Bäume ausreißen könnt.

Matchaporridge
Für eine Frühstücksportion
Zutaten:
  • 160ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
  • 3 EL feine Haferflocken
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 TL Matchapulver
  • 2 TL Mandelmus
  • Obst nach Wahl
  • Joghurt
  • Als Topping nehm ich auch gern noch Sweet Dreams von VDB oder Vanillezucker
Zubereitung: Milch, Haferflocken, Salz und Matcha unter ständigem Rühren aufkochen. Schnell wird daraus eine klebrige Pampe – je mehr ihr rührt, desto besser. Vom Herd ziehen und Mandelmus einrühren. In eine Schüssel umfüllen und mit Obst und einem Klecks Joghurt servieren.

Schokoporridge mit Kokosmus

Anstatt grünem Tee und Mandelmus kann man auch ½ EL Kakaopulver + 2 TL Kokosmus bzw. 2 EL Erdnussmus verwenden. Oder ihr lasst die Muse weg und kocht den Porridge mit etwas Zucker und Zimt. Mmmh.

Weiterlesen...

24.01.2015

REZEPT: Schokopancakes mit Orange und Kaffee

Endlich, endlich, ENDLICH, nach drei Samstagsfrühstückstestphasen, kann ich das Rezept für die genialen veganen Schokopancakes mit Kaffee und Orange mit euch teilen – den weltbesten Freund freuts, denn der Haussegen hängt nun sonntags wieder gerade, und ihr habt heute noch genug Zeut, für morgen einkaufen zu gehen, falls ihr euren Liebsten (oder auch nur euch selbst!) einen schönen Sonntagmorgen zu bereiten. Falls ihr euch jetzt vielleicht fragt, was Pancakes mit Sonntagsfrieden zu tun haben, hier ist die wortreiche Erklärung. Der Rest scrollt einfach runter zum Rezept ;)

Alles begann damit, dass ich mir in den Kopf setzte, Schokopancakes mit Kakao im Teig zu machen. (Inspiriert dazu, überhaupt einmal wieder das Thema Pancakes zu behandeln, wurde ich von der lieben Conny, die kürzlich einen Post freischaltete, wie man perfekte Pancakes macht. Sehr empfehlenswert!) Also wälzte ich meine veganen Kochbücher und wurde auch tatsächlich indem fündig, aus dem auch das Rezept für diese Pancakes stammt. Mein Hirn begann zu rattern: Schoko im Teig? Nein, das ist mir zu viel für ein Frühstück, man muss ja nicht übertreiben. Aber Nüsse wären gut… Sind da nicht noch geriebene Nüsse von der Weihnachtsbäckerei im Vorratsschrank?

Hätte ich mich nur ans Rezept gehalten, ich Deppine Deppöse Deppin. Leider konnte ich es beim ersten Durchgang nicht lassen, einen Teil der angegebenen Mehlmenge durch geriebene Nüsse zu ersetzen – alte Foodbloggerkrankheit ;) 

Der Teig war dann ungefähr so fest wie klare Gemüsesuppe, die Pancakes zerliefen also in der Pfanne zu riesigen Fladen. Sie zu flippen war fast unmöglich und ich musste mich ernsthaft zurückhalten, um nicht einen Wutanfall zu bekommen, als ich sie garnieren und fotografieren wollte. Ich hatte ja schon alles vorbereitet und sogar einen Granatapfel entkernt… Und dann sah das Resultat so übel aus wie vergammelter Roadkill. Natürlich haben wir sie trotzdem gegessen, aber ich war so zwieder, dass der weltbeste Freund schnell alles in sich reinschaufelte und mich in meinem Elend zurückließ.
Pancakes-Fail
Schön waren sie nicht. Aber da ich schon die Granatapfelkerne vorbereitet hatte...
Version 2 (mit mehr Mehl!) wurde schon besser, aber mir brannte eine Ladung Pancakes an – schon Jahre nicht mehr passiert! - aber ich musste ja unbedingt noch nebenher am Sonntag Vormittag während des Kochens einen Übungszettel für die vierte Klasse vorbereiten. Verflucht noch eins. Wieder verbrachten wir ein eher ungemütliches Frühstück. Zum Glück lesen wir den Standard, der ist so groß, dass meine bessere Hälfte wunderbar dahinter Deckung beziehen kann, wenn ich mich ärgere. Und natürlich hatte ich wieder einen dieser verdammt viel Saft verspritzenden Früchte aus der Hölle Granatäpfel geschält und vorbereitet – und aus dem Foto wurde wieder nix. Arrrgh!!! Mit so viel Aggression hab ich noch nie die Küchenfliesen geschrubbt ;)

Version Nr. 3 – mit noch mehr Mehl als im Rezept angegeben, mit extra Orangenöl und etwas Kaffee im Teig schien vielversprechend. Der Probepancake war köstlich, der Triumph zum Greifen nahe! Innerlich jubilierte ich schon, malte mir aus, wie ihr euch alle an den Bildern und dem Rezept erfreuen würde. 

Und dann hatte ich die grenzgeniale Idee, Himbeersauce über die Fotoportion zu gießen.
schokopancakes 4
Super Idee.
Als das Joghurt, der Ahornsirup und die heißen Himbeeren vor meinen Augen zu einem grauslichen Gatsch verschmolzen, zuckte nur ein Gedanke durch mein Hirn:

Fuckfuckedifuckfuck.

Ich panikte. Nicht schon wieder! Also schrie ich ins Wohnzimmer: 
“C., machts dir was aus, wenn ich deine Portion schon anrichte?”
Er antwortete vorsichtig: 
“Was hast du vor? Tust du Granatäpfel drauf? Wenn ja, musst du die nachher wieder runterkletzeln!”

Das nahm ich in Kauf. Und jetzt hab ich endlich ein brauchbares Foto. Mahlzeit.

Schokopancakes 5
Für zwei Frühstücksportionen oder 10 Pancakes

Zutaten:
  • 150g Mehl
  • 20 g Kakopulver
  • 10g Backpulver
  • 1/2 TL oder 3g Salz
  • (1/2 TL oder 2g gemahlener Kaffee, wenn ihr sowas dahabt, verstärkt den Schokogeschmack)
  • 80ml Wasser
  • 200ml ungesüßte Pflanzenmilch (ich hab Haferdrink genommen)
  • 2 EL oder 25g Öl
  • 3 EL oder 55g Ahornsirup
  • 1 TL Vanilleextrakt oder ein passendes Äquivalent (Vanillezucker, Mark einer Vanilleschote...)
  • Schale von einer Bioorange
  • (3 Tropfen Bioorangenöl)
  • Zum Anrichten z.B. Ahornsirup, Joghurt, Granatapfelkerne, Orangenschale, Vanillezucker, Himbeeren...
Zubereitung:
Mehl, Kakaopulver, Backpulver, Salz und Kaffee in einer Schüssel vermischen. Wasser, Milch, Öl, Ahornsirup, Vanilleextrakt und Orangenöl in einer anderen Schüssel. Alles zusammenmischen und schnell zu einem etwas klumpigen Teig vermixen. Nicht zu viel mixen, lumpy ist gut! 

Den Teig mindestens 30 Minuten stehen lassen - manchmal mache ich ihn auch schon am Vorabend und stell ihn in den Kühlschrank. Während man wartet, kann man sich super hungrig anschweigen oder rausfinden, was in der arbeitsreichen Woche so in der Welt passiert ist. 

So, jetzt gehts los. Erhitzt etwas Öl bei mittlerer Hitze in einer großen Pfanne. Nehmt ca. 1/2 Schöpfkelle oder Espressotasse Teig pro Pancake - falls ihr amerikanische Cups habt, ich nehm immer die 1/4-Cup zum Pancakemachen. Nun in einer großen Pfane die Pancakes bis zu diesem Zustand backen.
Schokopancakes 1
Blasen entstehen, die Ränder werden trocken.
Achtet darauf, die Pancakes nicht zu spät umzudrehen, sie brennen leicht an. Diese Erfahrung durfte ich an den zwei schwarzen Sonntagen schon machen ;)
schokopancakes 2
So sollten sie dann umgedreht aussehen.
Den restlichen Teig zu Pancakes backen, die fertigen inzwischen im Ofen warmhalten. Und jetzt habt ihr tolle, perfekte Pancakes. Garnieren kann man sie dann noch mit diversem Obst, Joghurt und natürlich Ahornsirup!
schokopancakes 3
Mmmmh.


Weiterlesen...

05.01.2015

REZEPT: Gemischter Reis mit Süßkartoffelkroketten

Neues Jahr, neues Glück? Wie sieht das bei euch aus? Ich bin ja eher der Typ dafür, alles so zu lassen, wie es vorher war – ich will keine Vorsätze fassen, die ich dann ohnehin nicht halten kann. Also gibt’s hier auch keine new year resolutions, wo ich großspurig behaupte, ab jetzt nie wieder Süßes zu essen oder täglich drei Stunden Sport zu machen. Das nimmt mir sowieso niemand ab ;) Aber ich kann mir vornehmen, wieder mehr gesund zu kochen und zu essen, das ist ein Vorsatz, den ich gerne in die Tat umsetze. Die asiatische (und speziell die japanische) Küche bietet diesbezüglich viel und ich bin sehr motiviert, in der nächsten Zeit wieder vermehrt asiatische Rezepte auszuprobieren.

Weißen japanischen Reis ess ich, seit ich in Japan war, richtig gerne. Und das ganz ohne Salz und Gewürze – wenn er richtig gekocht ist, schmeckt er einfach köstlich. Unfassbar, oder? Aber als ich mir das erste Mal im Hotel, müde und kaputt nach dem ewig langen Flug, in den Mund schob, kaute und schluckte, war ich wie verzaubert. Wie kann etwas, das nach nicht viel schmeckt, so gut sein? Zuerst dachte ich, es sei nur der Hunger gewesen, aber auch das zweite oder dritte Mal war der Reis wieder unglaublich gut.

Wieder daheim war ich wie besessen davon, den köstlichen Reis nachzukochen, den ich auf meinem Urlaub so oft genossen habe. Der Reiskocher, den ich als Souvenir mitbrachte, tat und tut sein Bestes, aber die Reisqualität muss auch stimmen. Der Reis, den ich immer beim Asialaden kaufe, ist ganz okay, aber so gut wie der, den ich in Japan gegessen habe, ist er nicht. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mir Reishunger Premium-Sushireis geschickt hat. So tollen Reis leiste ich mir normalerweise nicht – deshalb habe ich eine Portion davon auch auf ganz besondere Weise zubereitet!

Gemischter Reis mit Kroketten
Für 4 Portionen Reis und 2 Portionen Kroketten

Zutaten:
  • 3 getrocknete Shiitakepilze, mindestens eine Stunde eingeweicht, anschließend in kleine Stücke geschnitten
  • 2 Stücke Aburaage-Tofu, mit heißem Wasser überbrüht, mit Küchenpapier abgetropft und in Steifen geschnitten (bekommt man im gut sortierten Asialaden)
  • 1 kleine Karotte, grob geraspelt
  • 2 Reiskochertassen weißen Reis, gewaschen und abgetropft
  • 2 ¼ Reiskochertassen Einweichwasser von den Shiitakepilzen
  • 2 EL Sake
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 Süßkartoffeln, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
  • Salz und Pfeffer
  • 2 EL gefrorene Erbsen
  • etwas Mehl
  • 30g Panko oder Paniermehl
  • 1 EL Öl
  • 1 Ei, verquirlt
  • Ketchup
Zubereitung: Shiitakepilze, Tofu, Karotte, Reis, Einweichwasser der Pilze, Sake und Sojasauce in den Reiskocher geben und garen. Inzwischen die Süßkartoffel dämpfen oder kochen – ich habe meine in der Mikrowelle gegart – und den Ofen auf 200 Grad vorheizen. 

Wenn die Süßkartoffel gar ist, mit einer Gabel zu Püree zerdrücken. Mit Salz und Pfeffer würzen und die 2 EL Erbsen unterheben. 9 Laibchen oder Zylinder formen und in Mehl wälzen. Auf einen Teller legen. Panko und Öl mischen und in einer Pfanne goldbraun rösten. Die Kroketten zuerst in Ei wenden, dann in Panko wälzen. Auf einem Backblech für 10 Minuten backen.

Inzwischen sollte der Reis fertig sein. Karotten, Pilze und Aburaage schwimmen wahrscheinlich oben, deshalb mit dem Reislöffel gut durchrühren. Kroketten mit Zitrone, Reis und Ketchup servieren.

Weiterlesen...

23.12.2014

REZEPT: Mini-Stollen mit Cranberrys, Marzipan und Pistazien

Na, seid ihr dieses Jahr auch spät dran mit euren Weihnachtsbesorgungen, so wie ich?

Diesen Advent war ich echt leicht überfordert mit allem, der Einstieg ins Berufsleben tat sein Übriges dazu. Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich schon alle Geschenke geordert, gesucht und natürlich auch liebevollst verpackt und alle anderen Deppen, die am letzten Einkaufswochenende und den letzten Vorweihnachtstagen noch den Wahnsinn in der Innenstadt voll auskosten mussten, wurden ausgelacht. Was waren die in meinen Augen alle unorganisiert!

Dieses Jahr war ich selber so ein Depp und hab mich am Samstag gemeinsam mit dem weltbesten Freund ins Getümmel gewagt. Komplett zerstört kamen wir um die Mittagszeit nach Hause und waren so erledigt, dass wir das gemeinsame Kochen verschoben und erst einmal ruhig und entspannt Sushi essen gingen, um uns zu beruhigen. Never ever again tu ich mir das an. Nächstes Jahr muss ich besser planen!

Was auch absolut zu kurz kam, war das Keksebacken. Ich bin ja prinzipiell kein besonders großer Fan von Weihnachtskeksen, aber gar keine Kekse gehen natürlich auch nicht, und der Mann protestiert vehement, wenn nicht wenigstens Vanillekipferl zur sofortigen Behandlung von akuter Keksgier zur Verfügung stehen. Vier Sorten schaff ich normalerweise schon mindestens, und es sind auch immer ein paar Experimente dabei, die es dann ins Standardsortiment schaffen.

Diese Ministollen, die ihr vielleicht schon auf ein paar anderen Blogs entdeckt habt, haben es mir dieses Jahr besonders angetan, und ich hab diesen Advent tatsächlich auch schon mehrere Ladungen davon gebacken. Ich mag, dass sie so ungewöhnlich sind und sich auch wunderbar als Geschenk für Verwandte und Freunde machen. Oh, und sie sind köstlich, das aber nur so nebenbei. Wenn ihr sie heute Nachmittag noch backt, dann sind sie bis morgen Abend fertig ;)

stollen
Für zwei Bleche

Zutaten:
  • 100g getrocknete Cranberrys (meine hab ich vom Hofer) – falls ihr keine auftreiben könnt, nehmt Rosinen, Datteln oder Marillen, das hab ich erfolgreich getestet!
  • 2 EL Inländerrum
  • 2 EL Orangensaft
  • 300g Mehl
  • 2 gestr. Teelöffel Backpulver
  • ½ TL Zimt
  • ¼ TL Kardamom
  • ¼ TL gemahlener Ingwer
  • 75g brauner Zucker
  • 100g Butter
  • 150g Topfen
  • Schale von 2 Bio-Orangen
  • Ein paar Tropfen Bioorangenöl
  • Mark 1 Vanilleschote
  • Haferdrink, Milch oder Ähnliches
  • 100g gehackte Pistazien
  • 100g Marzipan
  • 50g Butter, geschmolzen
  • Staubzucker
Zubereitung: Cranberries grob hacken, mit Inländerrum vermischen und 2 Minuten in der Mikrowelle erhitzen. Dann mit Orangensaft übergießen und ca. 15-20 Minuten stehen lassen. Das Marzipan inzwischen, damit man es besser reiben kann, in den Tiefkühler stellen. Mehl mit Backpulver, Zimt, Kardamom und Ingwer vermischen.
Butter in der Mikrowelle erweichen, dann mit Topfen, Orangenschale, Bioorangenöl und Vanillemark mit einem Schneebesen oder dem Handmixer verrühren. Anschließend Mehlmischung darübersieben und mit den Händen oder einem Holzlöffel zu einem Teig verarbeiten. Bei mir war der arg trocken (liegt wohl am Topfen) und so habe ich so lange Haferdrink dazugegeben, bis der Teig zu verarbeiten, aber nicht klebrig war. Zuletzt die eigeweichten Cranberries, die Pistazien und das mit einer Reibe grob geriebene Marzipan hinzufügen und alles durchkneten. Mein Teig war etwas klebrig.
Mit einem Teelöfferl Teig abstechen und mit den Händen zu kleinen Kugeln rollen. Auf ein Backblech setzen und bei 180 Grad 12-15 Minuten backen.
Inzwischen Butter in der Mikrowelle schmelzen lassen. Kekse aus dem Ofen holen und auf ein Kuchengitter setzen. Rundherum mit geschmolzener Butter einpinseln, anschließend in Staubzucker wälzen. 
Ministollen 1
 
Es ist tatsächlich so, dass die Kekse besser werden, wenn man sie nicht gleich isst, also luftdicht lagern und mindestens einen Tag bis zum Kosten warten. Viel Durchhaltevermögen und eine schöne Zeit bis zum 24! 

Weiterlesen...

23.11.2014

REZEPT: Shimejipilze mit Ingwer und Karotten

Lebensmittelgroßmärkte sind mein finanzieller Tod. Das allererste Mal war ich vor zwei Jahren bei Metro, da wir für die Band diverse Einkäufe erledigen mussten. Mein lieber Musikerkollege M. war dabei und konnte hautnah beobachten, wie ich wie eine Irre von Regal zu Regal stürmte, quietschend Lebensmittel und Zutaten, die wir aber sowas von nicht für unsere Grillerei brauchten, in den Einkaufswagen schaufelte und danach weiter zum nächsten Gang zischte. 

M., der riesengroß und sehr sehr geduldig ist – deshalb war er es, der mich begleitete - legte alles mit einem stoischen Gesichtsausdruck zurück, wenn er glaubte, dass ich nicht hinsah. Zuletzt hatten wir trotz seiner Bemühungen zwei randvolle Einkaufswägen voll mit Lebensmitteln und Alkoholika, die nicht alle auf der Einkaufsliste zu finden gewesen waren. Wie froh war ich damals, dass wir mit der Vereinsbankomatkarte bezahlen konnten – sonst hätte ich nämlich zum Begleichen der Rechnung einen Kleinkredit aufnehmen müssen.

Da ich nach diesem Wahnsinnseinkauf über eine von drei vereinseigenen Metrokarten verfüge, darf ich jetzt offiziell in den Großmarkt, wann immer ich will. Ich will nur nicht allzu oft, denn erstens liegt der Markt nicht gerade in der Nähe unserer Wohnung, zweitens sind die riesigen Abgabemengen doch etwas unpraktisch und drittens ist der Großmarkt nicht so billig, wenn man nicht gerade ein Restaurant mit 50 Sitzplätzen führt. Der weltbeste Freund und ich gönnen uns daher nur alle heiligen Zeiten einen Besuch und klopfen uns dann gegenseitig auf die Finger, wenn der eine mit Dackelblick die zehnte BBQ-Saucen-Sorte anschleppt und die andere wieder einmal aus Gier nicht von den exotischen Käsesorten lassen kann.

Wohingegen wir uns aber beide einig sind, ist die Genialität der Obst- und Gemüseabteilung. Was es da alles gibt! Obst aus aller Herren Länder! Lustig geformte Melanzani! Chilis in allen Schärfegraden! Und Pilze. Oh. Pilze. Bei denen kann ich mich nicht zurückhalten, es geht einfach nicht. Wenn ich schon einmal die Möglichkeit habe, Sorten abseits von Austernpilzen und Champignons zu kaufen, dann kenn ich kein Halten mehr... Und daheim wird dann gekocht – wie zum Beispiel diese Shimeji-Pilze mit Ingwer und Karotten.

Shimejipilze mit Ingwer und Karotten
Für zwei großartige Portionen. Das Rezept stammt aus diesem Buch.

Zutaten:
  • 1 TL Pflanzenöl
  • 1 kleine Karotte, zündholzdick geschnitten
  • 2 Packungen Shimeji-Pilze, das dicke Ende abgeschnitten
  • 1 daumengliedgroßes Stück Ingwer, gerieben
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Sake
  • 1 EL Sojasauce
  • Sesamöl
  • Optional: Sesamsamen und Petersilie für die Garnierung
Zubereitung: In einem Wok das Öl erhitzen und die Karottenstifte darin unter Rühren ca. 1 Minute lang braten. Ist der Wok richtig heiß, sind die ruckzuck soweit. Die Pilze hinzufügen und noch eine Minute länger braten. 

Nun Ingwer, Zucker, Sake und Sojasauce hinzufügen und braten, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Auf heißem Reis mit ordentlich Sesamöl (und den optionalen Zutaten) servieren. Das Gericht schmeckt auch noch kalt, ist aber heiß besser.

Weiterlesen...

02.11.2014

REZEPT: Udon mit Miso-Lauch-Erbsen-Sauce

Langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben – in der Früh aufstehen, mich schnell fertig machen, versuchen, die Wallemähne zu bändigen, etwas Fesches anziehen, zur Schule radeln, versuchen, nicht allzu abgekämpft auszusehen, im Konferenzzimmer alles zusammenpacken, in die Klassen zu laufen und dann Unterricht zu machen, der mir gefällt und bei dem ich das Gefühl habe, dass alle Beteiligten etwas mitnehmen, schaff ich schon ganz gut.

Das Einzige, das ich noch immer nicht ganz hinbekomme, ist das regelmäßige Ausprobieren von neuen Rezepten, damit ich euch am Blog auch etwas Tolles präsentieren kann. Ich koche zwar brav fast immer noch täglich, aber in den ersten zwei Monaten meines Berufslebens habe ich mich eher auf Altbewährtes fokussiert und nicht so sehr experimentiert. Dazu hatte ich weder Zeit noch Muße, was dazu geführt hat, dass ich in den letzten Wochen in regelmäßigen Abständen das Gleiche gegessen habe.

So geht das nicht weiter, findet ihr nicht auch? Deshalb habe ich jetzt beschlossen, dass wieder mehr Leben in die Bude kommen muss! Dieser Vorsatz lässt sich auch wunderbar mit dem Vorsatz kombinieren, wieder mehr japanisch zu kochen, Kochbücher hätte ich ja genug und nach einem Besuch bei Yamamoto in Graz habe ich wieder einmal festgestellt, wie toll japanisches Essen abseits von Sushi eigentlich schmecken kann.

Japanische Hausmannskost eignet sich auch für die schnelle Küche, deren Anhänger ich momentan bin, besonders gut – die meisten Rezepte kommen mit Zutaten aus, die ich ohnehin immer im Haus habe, die Gerichte sind schnell zuzubereiten und das Wichtigste: Sie schmecken einfach köstlich. Den Anfang der Reihe macht dieses tolle, sättigende Gericht mit Sojafaschiertem, Miso und Udon-Nudeln.

Udon mit Misolaucherbsensauce 2
Für drei Portionen, das Rezept stammt ursprünglich aus diesem Buch.

Zutaten:
  • 40g Sojafaschiertes (oder 200g Faschiertes)
  • 150g Lauch (der weiße Teil)
  • 20g Ingwerwurzel
  • Pflanzenöl
  • 100ml Dashi oder Gemüsesuppe
  • 1 EL Sake
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL brauner Zucker
  • 50g weiße Misopaste
  • 50g rote Misopaste
  • 3 Pkg. Udon
  • 100g Tk-Erbsen
  • eventuell Frühlingszwiebel und Chilipulver für die Garnitur
Zubereitung: Falls Sojafaschiertes verwendet wird, 5-10 Minuten in kochendem Salzwasser einweichen und dann abseihen. Lauch in dünne Ringe schneiden, Ingwer fein hacken oder reiben. In etwas Pflanzenöl anbraten, bis der Lauch etwas zusammengefallen ist, dann das Faschierte dazu und kurz mitbraten (bei echtem Fleisch krümelig braun braten, bei Sojafaschiertem ist das nicht so genau). 

Dashi, Sake, Sojasauce, Mirin, braunen Zucker und Misopasten hinzufügen und bei niedriger Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen, dabei dickt die Sauce etwas ein. Zuletzt die TK-Erbsen unterrühren und kurz mitkochen lassen. 
Udon-Nudeln nach Packungsanleitung zubereiten, auf Schüsseln aufteilen und die Sauce darauf verteilen. Mit gehackten Frühlingszwiebeln und Chilipulver garnieren.

Weiterlesen...

19.10.2014

VERSTREUTES: Erwachsen werden

Erschlagen von Heften, Informationen und Terminen war ich in den letzten Wochen auf Tauchstation, denn ich hab jetzt einen Job. Und damit meine ich nicht einen Sommerjob, einen Nebenjob oder einen Sonstwasjob, sondern einen richtigen, echten. Nach dem Abschluss meines Studiums bin ich jetzt AHS-Lehrerin für Deutsch und Englisch in Graz und finde es ganz großartig. Unterrichten bereitet mir eine Riesenfreude, und die Arbeit mit zwei richtigen Schulklassen ist jeden Tag spannend und herausfordernd.
Nadja_Tastylicious 2
Auch wenn der Einstieg ins Lehrerdasein bedeutete, dass ich mir ganz viel neue Kleidung anschaffen musste ;)
Aber ich muss eines zugeben: Auch wenn ich nur 6 Stunden die Woche zum In-der-Klasse-Stehen eingeteilt bin, die Umstellung von Studenten- auf Erwachsenenmodus ist nicht leicht. Ich muss auch gestehen, dass mich manches wirklich ziemlich, ähm, geflasht hat.

Geld zu verdienen, zum Beispiel. Dankenswerterweise haben mir meine Eltern das Studium finanziert und mir immer wieder bei finanziellen Engpässen unter die Arme gegriffen. Da ich nun aber richtig echt wirklich (!!!) jedes Monat Geld auf mein Konto überwiesen bekomme, das ich selbst ehrlich und hart verdient habe, und Teil der arbeitenden Bevölkerung bin, muss ich nun lernen, mit dem auszukommen, was ich zur Verfügung habe. Ich muss nun auch damit leben, dass die Rechnungen am Monatsersten, das Geld aber erst am 15. kommt. Schräg, so abhängig von Terminen zu sein.

Und überhaupt, Termine! Ja, ich hatte auch auf der Uni Kurse, zu denen ich regelmäßig erscheinen musste, und auch in der Schule gabs damals, lang ists her, den Stundenplan. Aber diese Dinge standen in keinem Verhältnis zu dem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe und wohl auch in Zukunft erleben werde. Da sind die sechs Unterrichtsstunden, wo ich natürlich pünktlich auf der Matte stehen muss, denn zu spät kommen ist keine Option. Und die Gangaufsichten, Konferenzen, Seminare mit Anwesenheitspflicht auf der pädagogischen Hochschule,  deren Termine sich andauernd ändern, Bandprobe, Treffen mit Freunden – ohne Terminkalender wäre ich absolut aufgeschmissen, weil ich nicht mehr wüsste, was wann wo stattfindet. Früher war ich einfach da oder nicht. Heut MUSS ich da sein. Wenn ich also mein Smartphone samt Google-Kalender nicht dabei habe, werde ich absolut unrund. Meine Anwesenheit ist nämlich plötzlich essentiell! Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt...

Ich habe todkranke Meerschweinchen gepflegt, Zimmerpflanzen gezüchtet und wenig talentierte NachhilfeschülerInnen bis zur Matura gebracht, aber niemand hat mich darauf vorbereitet, wie es ist, wenn 20 eifrige Sechstklässler nach einer turbulenten Stunde auf einmal alle ein Mitarbeitsplus wollen oder die Englischklasse verwirrt schaut, weil man es einfach nicht schafft, den Stoff so aufzubereiten und herunterzubrechen, dass ihn auch 14-Jährige verstehen. Die Jahresplanung für beide Klassen ist eine Riesenherausforderung, ich muss Material gestalten, SchülerInnen prüfen und Schularbeiten zusammenstellen. Und auch, wenn ich weiß, dass ich das alles dieses Jahr sicher meistern und gut schaffen werde, ein bisschen flau im Magen ist mir schon, wenn ich an all die Verantwortung denke, die mir da überantwortet wurde. Is ja auch ka Lercherlschaß, wie die Steirer zu sagen pflegen. Aber ich arbeite hart daran, ein respektables Mitglied der Gesellschaft zu werden.

Nadja_Tastylicious 1

Wenn da die Dauermüdigkeit nicht wäre. Himmelherrgott, was hab ich geseiert, gesumpert und gesudert, wenn der weltbeste Freund nach einem langen Arbeitstag einfach am Sofa zusammengebrochen ist. „Wieso machen wir so selten was? Warum willst du nie ins Kino gehen? Und weshalb schläfst du immer bei den spannenden Serien ein?“

Well well. Ich bin letztens bei The Strain eingeschlafen. Schaut euch einfach den Trailer an, dann wisst ihr eines: Bei der Serie schläft man nicht ein. Das tut man einfach nicht. Aber wenn man so ermattet und von neuen Eindrücken erschlagen ist, dass man die Augen abends kaum noch offen halten kann, freiwillig um 10 Uhr im Bett liegt und das Licht ausmacht, weiß man eins: Die Zeiten des Die-ganze-Nacht-wach-seins-und-am-nächsten-Morgen-dann-eh-voll-fit-Seins sind vorbei, Baby.

Oh, und die Zeiten von Anime-Bingewatching, stundenlangen Kochsessions unter der Woche und von faulen, unproduktiven Tagen sind es auch. 24 Stunden sind definitiv zu kurz für all die essenziellen Dinge des Lebens, und damit meine ich nicht nur die Vor- und Nachbereitung der Stunden und das Korrigieren von Schülertexten, sondern auch das Pflegen von Sozialkontakten, Hobbies  und Nichtstun. Stefan Raab hat es schon vor Jahren so schön auf den Punkt gebracht: „Wir haben doch keine Zeit!“ Deshalb ist hier grad alles in der Schwebe, auch wenn ich fleißig Fotos mache und koche. Aber ich arbeite dran, wieder mehr Output zu liefern.

Bis dahin wünsch ich euch alles Liebe. Drückt mir die Daumen!

P.S.: Die wunderschönen Fotos hat übrigens mein lieber Freund Peter aka Tastylicious geschossen, damit ich auf der Schulhomepage richtig gut ausschaue. Schaut mal bei ihm vorbei und bewundert, was er sonst so macht – und vergesst nicht, seine FB-Page zu liken! :)

Weiterlesen...