12.11.2012

AUSWÄRTS ESSEN und INFO: Sukiyaki in Japan

Der weltbeste Freund ist schon wieder in Japan, diesmal beruflich, und wird sich wohl wieder durch die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes schlemmen, während ich hier halskratzend und schniefend herumsitze, in den Regen starre, ein krankes Meerschweinchen pflege und mich ärgere, dass ich nicht mehr gespart habe und daher nicht noch einmal mitfahren konnte. Am meisten vermisse ich die Gerichte, die man abends total sozial zusammen in einem Restaurant in einem Topf/auf einer Herdplatte kocht und dann isst. Sukiyaki zum Beispiel.

sukiyaki 2

"Süße Sojabrühe schmiegt sich an knackiges Gemüse und zartes Rindfleisch" – so oder so ähnlich würde es sich wohl anhören, wenn es hierzulande Sukiyaki-Lokale geben würde. Genau diese Mischung macht nämlich die Quintessenz dieser japanischen Speise aus, die ich ganz ungeniert als „japanisches Suppenfondue advanced“ beschreiben würde.

Das Lokal, das wir in Tokyo besucht haben, war auf All-you-can-eat-Basis: Es gab ein Buffet mit diversen Gemüsesorten (Standards wie Lauch, Zwiebeln, Karotten und Exotisches wie Enoki-Pilze, Lotuswurzel, Shirataki-Nudeln), wo man sich genau 90 Minuten (die normale Reservierungszeit) nach Belieben nachholen konnte, und da war auch noch ein Kellner, der sofort höflich-stumm hauchdünn aufgeschnittenes Fleisch nachgelegt hat, sobald gierig danach verlangt wurde. (Und ich meine gierig. Bei manchen unserer Mitreisenden konnte man glauben, sie hätten extra Diät gemacht, um beim Sukiyaki ordentlich einhauen und die schlanken japanischen Kellner verblüffen zu können.)

sukiyaki 1

Die ganze Prozedur funktioniert dann wie folgt: In den Tisch ist ein Topf eingelassen, in dem lustig Brühe vor sich hin köchelt.  Dort wirft man dann das Gemüse rein und wartet, bis es durchgekocht ist, dann schwenkt man das hauchdünne, sehr fette Fleisch in der Brühe und isst es. Zu lange darf man natürlich nicht warten, sonst wird das Fleisch zach wie ein Stück Schuhleder. Bevor man das Fleisch und das Gemüse dann endlich essen darf, tunkt man es noch in ein zerschlagenes rohes Ei – schmeckt besser, als es klingt. Dazu gibt’s Reis (eh klar) und Misosuppe. Wenn die Brühe weniger wird, gießt man nach, und wenn die Mischung zu sehr kocht, schaltet man zurück. Spaßig!
sukiyaki 3

Der weltbeste Freund und ich hatten vor Urzeiten schon einmal Sukiyaki gemacht, und zwar mit Hilfe unseres treuen Silvesterraclettes. Dieses Experiment konnte man getrost als gescheitert sehen, denn das Raclette schaffte es nicht, die Brühe ordentlich hochzukochen, und so dünsteten Fleisch und Gemüse eher vor sich hin als dass da blitzschnell was gegart wurde. Da dem Herrn des Hauses aber das japanische Original so gut geschmeckt hat, haben wir in eine Induktionsherdplatte investiert. Das Höllending schafft es ohne Probleme, Flüssigkeiten höllisch schnell hochwallen zu lassen. Einer baldigen Sukiyaki-Orgie nach seiner Heimkehr sollte also nichts im Wege stehen!

skyline

Fun Fact: Convenience Stores oder Konbinis haben wir auf unserer Reise wirklich oft gesehen - und sie erhalten den weltbesten Freund gerade am Leben, wenn er nach einem anstrengenden Konferenztag nach Hause torkelt. Diese Mini-Supermärkte finden sich an großen Straßen, aber auch mitten in der Pampa und versorgen den Manga-Nerd und alle anderen Menschen rund um die Uhr mit den Notwendigkeiten des menschlichen Daseins: Snacks wie Reisbällchen, Nudelgerichte, Sushi (alles supergut!), Bananen, Süßigkeiten, Drogerieartikel wie Taschentücher und Kondome, Mangas, Pornohefte… (eingeschweißt, wohlgemerkt), Eis… Wirklich superpraktisch. Sobald wir irgendwo in hundert Meter Entfernung keinen Conbini hatten, wussten wir, wir sind im Nirgendwo gelandet. Ich muss zugeben, man kann sich schon an diese Art der Grundversorgung gewöhnen – praktisch sind sie ja schon, diese rund um die Uhr offenen Einkaufsmöglichkeiten. Dort arbeiten möchte ich aber nicht, denn sie haben wirklich immer offen. Welcher Irre geht um halb vier in der Früh Reisbällchen kaufen?

Kommentare:

  1. Uuuh, klingt supergut! Wie die Hotpots in Vietnam, die sind auch zum Reinlegen gut *yum*

    Wegen dem Gewinnspiel - ich mach dir auch einfach eine Cookiebox - damit du auch was gewinnst ;-)

    glg, Bernadette

    AntwortenLöschen
  2. Mmmh, das wär mal eine gelungene Abwechslung zum obligatorischen Silverster-Fondue. Von Convenience-Stores, die rund um die Uhr offen haben, träum ich auch - bei mir in Italien haben Montag-Vormittag, Donnerstag-Nachmittag und überhaupt den ganzen Samstag und Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen ;-) Ist vielleicht aber auch besser so, wenn ich nach einem Jahr nicht nach Österreich zurück rollen will...
    Lieber Gruß, Sarah

    AntwortenLöschen
  3. Jetzt habe ich richtig Lust bekommen, um halb 4 in der Früh Reisbällchen zu kaufen, hehe. ;P Auf diese Konbinis freu ich mich mittlerweile wie verrückt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. OHOHOH. Ich auch. Sie sind der Traum eines jeden fressbegeisterten Menschen, weil es immer was zu essen gibt. Leider steht auf dem Essen halt nur was auf Japanisch drauf, aber du hast eh wen dabei, der sich rudimentär verständigen kann, oder? :)

      Löschen
    2. Weiß ich nicht, wie gut sie sich verständigen kann. Susaricah kann ganz gut Japanisch, aber der Cap'n? ^^° Ich kaufe einfach nach den Bildern auf den Verpackungen ein. :D

      Löschen
    3. Hihi~ Ich bin gespannt auf deine Erlebnisse!

      Löschen

Eure Meinung ist mir wichtig, deshalb hinterlasst doch einen Kommentar!