29.12.2011

REZEPT: Wan-Tan oder Gyoza

Gyoza esse ich sehr gerne, vor allem im Babe in der Zinzendorfgasse. Selber machen habe ich mich bis jetzt nie getraut, man weiß ja nie – und außerdem gab es in ganz Graz bis jetzt keine Gyozawrapper aufzutreiben. (Zum Selberteigkneten war ich bis jetzt zu faul.) Hach, was konnte ich toll über diesen schrecklichen Zustand jammern…

Als ich letztens aber meine Nudelvorräte in Farmah’s Indien Supermarket aufstocken wollte, habe ich einen Blick in die reichhaltig gefüllte, wenn auch etwas chaotische Tiefkühltruhe geworfen. Zwischen halben Lachsen, tiefgekühlten Shrimps und Frühlingsrollen erblickte ich viereckige Wan-Tan-Blätter.

In meinem Hirn begann es zu rattern.

Wan-Tan = so was wie komisch aussehende Gyoza. Sogar Wikipedia verweist von A nach B, da wird’s wohl wurscht sein, ob ich runde Gyoza-Wrapper oder eckige Wan-Tan-Wrapper zum Knödelmachen nehme, oder? Mein Anti-Experimentiergehirn meldete sich natürlich gleich wieder zu Wort: „Bist du wahnsinnig, du kannst doch nicht etwas anderes nehmen als im Rezept!!!“, aber ich beschloss, es einfach zu versuchen. Ab und zu muss man einfach etwas wagen!

Unten präsentiere ich nun stolz das Ergebnis der ersten Wan-Tan-Gyoza-Fressorgie. Der weltbeste Freund und ich haben gemeinsam herumgetüftelt, wie man aus viereckigen Wan-Tan-Blättern runde Gyoza hinkriegt. Irgendwann haben wir beschlossen, dass uns das Aussehen blunzn ist, Hauptsache, es schmeckt – und das hat es definitiv. Gyoza hat es bei uns sicher nicht das letzte Mal gegeben, denn sie sind verflucht gut…

Das Originalrezept findet sich übrigens hier.

Vegetarische Gyoza aus Wan-Tan-Teig (für ca. 30 Stück – wir haben 25 verdrückt und 5 eingefroren.)


  • 1 Pkg. Wan-Tan-Blätter (Ich habe die zum Frittieren genommen)
  • Öl
  • Salz und Schnittlauchröllchen
Für die Füllung:
  • Ca. 100g Tofu, fein zerkrümelt
  • 90g Chinakohl, fein geschnitten
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Stangen Frühlingszwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • Ein kleines Stück Ingwer, fein gerieben
  • Zwei getrocknete Shiitakepilze, in Wasser eingeweicht und fein geschnitten
  • 1 EL Stärke
  • 1 EL Sake/Sherry
  • ½ EL Sojasauce
  • ½ EL Sesamöl
  • Salz, Zucker, Pfeffer
  • Schnittlauch nach Geschmack
Für die Sauce:
  • 2 EL Reisessig
  • Etwas Wasser
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL weißes Miso
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 zerdrückte Knoblauchzehe
Oder einfach Sojasauce nehmen, das schmeckt sicher auch gut! :)

Zubereitung: Die Wan-Tan-Wrapper auspacken und antauen lassen. Die Saucenzutaten verrühren und die Sauce beiseitestellen.
Alle Zutaten für die Füllung gut vermengen. Da nichts roh Ungesundes im Teig ist, kann man ohne Sorge probieren, ob die Füllung gut gewürzt ist. Wenn nicht, etwas nachsalzen.
Zum Falten ein Wan-Tan-Blatt in die linke Hand nehmen und zwei der vier Ränder mit etwas Wasser bestreichen. Einen TL Füllung in die Mitte geben und zu einem Dreieck formen. Die Spitzen des Dreiecks anschließend in die Mitte falten und gut zusammendrücken. (Wer sich nicht auskennt, was ich meine, schaut hier nach. Die Dame in diesem Video faltet etwas schöner als wir, aber auch unsere Methode hat funktioniert!)


Öl in einer Pfanne erhitzen und die Knödelchen hineingeben. Vorsichtig anbraten, bis der Boden schön gebräunt und knusprig ist. Dann etwa 50 ml Wasser hinzufügen und schnell einen passenden Deckel auf die Pfanne geben*, das Wasser spritzt höllisch! Hitze etwas reduzieren. Die Gyoza dämpfen nun so lange, bis fast das ganze Wasser verdampft ist. Den Deckel abnehmen und noch etwas in der Pfanne knusprig werden lassen.
Mit der Sauce servieren. Auf einer Platte oder einem Teller anrichten, etwas salzen und mit Schnittlauch bestreuen, jeder kann sich dann nehmen, was er mag.

~~

*Da wir nur eine kleine Pfanne mit Deckel haben, haben wir die Gyoza in zwei Durchgängen gemacht und die fertige Portion im Ofen warmgehalten. Frisch aus der Pfanne schmecken sie aber am besten!


Was war eure tollste spontane Lebensmittelentdeckung?

Kommentare:

  1. Das sieht lecker aus!
    Der Teig von Gyoza ist nur aus Mehl,Wasser und Salz und die Farbe ist weiß.
    Für den Teig von Wantan verwendet Man auch Kansui bezeichnete alkalische Wasser.
    So wird die Farbe gelb und hat der Teig etwas besonderen Geruch.
    Kansui wurde auch zum Ramen verwandt.
    Dann,ich wünsche dir einen guten Rutsch ins Neujahr!
    Liebe Grüße
    Rumiko

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  2. Liebe Rumi,

    Danke für die Klarstellung, jetzt kenn ich mich aus :)

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  3. Deine Gyoza sehen lecker aus. Jetzt bekomme ich auch wieder Hunger darauf ;)
    Ja, die Wantan-Blätter sind anders. Ich verwende sie für gekochte oder auch frittierte Teigtaschen. Sogar für chinesiche Siu-Mai. Das sind so kleine gedämpfte Fleischklößchen. Ach, die könnt ich auch wieder mal machen ;) Es gibt einfach zu viele Leckereien, da kommt man mit dem Kochen gar nicht hinterher!

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  4. Oh, Gyoza, eines der wenigen Dinge, die wir mal selbstgemacht haben. ^^ Allerdings war das Rezept nur etwa 1/5 so lang. -.- Dafür hatten wir runden Teig! xD

    Ach, entdeckt habe ich schon sooo viel, aber mir will nichts so recht einfallen. ;__;

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  5. @charsiubau: Da hast du recht, meine Nachkochliste sprengt bald alles.

    @Zimbl: Gut waren sie sicher auch ohne lange Liste, oder? ;)

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  6. 3,8 auf einer Skala von 1 bis 5. xD

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  7. Gyoza ist eines der Lieblingsessen vom Fräulein Ziii. Ich habe mal versucht sie selber zu machen. Das hat das Fräulein gemeint, die schauen aus wie Gehirne. Irgendwie sind sie beim Kochen verschrumpelt. Ich weiß bis heute nicht woran es gelegen ist. Vielleicht sollte ich mal dein Rezept ausprobieren? Deine Gyoza sind trotz legerer Falttechnik bedeutend hübscher wie meine.

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  8. Liebe Frau Zii, vielleicht solltest du es auch einmal mit Wantan-Blättern versuchen und das Fräulein wuzeln lassen. Dann ist es wenigstens selber schuld, wenn sie Gehirnoptik haben!
    Hast du die Gyoza ganz gekocht? Unsere sind nicht angeschrumpelt, aber die wurden ja auch nur angebraten und dann gedünstet, nicht wirklich gekocht. Gefaltet hat übrigens fast alle der weltbeste Freund, ich bin mehr von der grobmotorischen Sorte.

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