18.07.2011

AUSWÄRTS ESSEN: Geburtstagsessen im Gasthaus Falk

Da ich am Wochenende bei einer Grillfeier aus Gier ein halbgares Bernerwürstel verdrückt habe, darf ich mich jetzt laut Bekannten nicht mehr "Feinschmeckerin" schimpfen. Gut, dann tu ich das eben nicht mehr - war ohnehin gelogen. Gut essen ist zwar toll, aber ich bin auch mit weniger Speziellem zufrieden, wie zum Beispiel einem Essen in einem original steirischen Gasthaus, dem Gasthaus Falk in Rohrbach.
Original steirisch daran ist vor allem das Menü, das vorwiegend aus Fleischspeisen wie z.B. Wiener Schnitzel, Grillteller mit Pommes oder Backhendl besteht. Richtige Hausmannskost halt. Ich habe in bewährter Manier einen Hendlbruststreifensalat - original mit original steirischem Kürbiskernöl! Patriotismus ist was Tolles! - bestellt, da der Tag verdammt heiß war und ich nicht sicher sein konnte, ob ich bei der Hitze etwas Warmes im Magen behalte.


Das Beste am Gasthaus Falk sind aber nicht die Hauptspeisen. Sie sind gut, das gebe ich zu, aber in der Steiermark bekommt man solche Gerichte in ziemlich jedem Landgasthof.

Das, was einen Besuch bei den Falks so unvergleichlich macht, ist das: Erstens ist der Wirt einfach eine Wucht: Er ist mit Leib und Seele Wirt, was im Land der Berge eher ungewöhnlich ist. Wer schon einmal in Österreich in einem hundsordinären Gasthaus essen war, der weiß, dass die meisten Wirte die typisch österreichische Grantigkeit gepachtet haben. Man fühlt sich als Kunde fast ein bisschen wie ein schrecklicher Eindringling, wenn man bestellt, und traut sich kaum, bei Bedarf nach Salz oder ähnlichen Dingen zu fragen, weil man vom bösen Blick der Kellner und Wirtsleut so eingeschüchtert ist - Wie kann der Hund es wagen, mich wegen so einer Lappalie zu schicken? Sieht der nicht, dass ich komplett abgekämpft bin nach meinem harten Arbeitstag?  
Leidenschaft und Kundenorientierung sucht man bei dieser Berufsgruppe oft vergeblich, die meisten Wirte wirken eher so, als hätten sie aus lauter Verzweiflung und Geldnot ein Gasthaus aufgemacht, so ganz in der Manier "I kann ja sonst nix!"
Herr Falk ist da ganz anders. Er ist immer gut gelaunt und erklärt nach Anfrage die gesamte Speisekarte in den blumigsten Ausdrücken. An diesem Wirt ist ein Werbetexter verloren gegangen!
Zweitens gibt es im Gasthaus Falk wirklich ganz fantastische, von der Wirtin handgemachte Cremeschnitten (auf Österreichisch natürlich "Mehlspeisen" genannt). Mit denen wird sogar im Internet geworben - und aus Erfahrung weiß ich, dass das Adjektiv "traumhaft" absolut nicht übertrieben ist.

Ich konnte, nachdem ich als Hauptgericht schlauerweise nur einen Salat gegessen hatte, gleich mehrere der köstlichen Schnitten probieren, natürlich allesaml vom Wirtn einfach genial vorgestellt.

Topfen-Waldbeer: "Hier schmiegt sich eine zarte Waldbeercreme an helles Bisquit, einfach köstlich!"-
Konnte ich nur bestätigen.


Banane-Schoko-Schnitte: "Ein Hauch von Banane an einer lockeren Schokoladecreme, überhaupt nicht gallig!" - Herr Falk, einfach köstlich.



Marille-Joghurt-Schnitte: "Feinstes Joghurt und sonnengereifte Marillen, ein Gedicht!" - Für mich der Favorit, da so cremig und leicht. Hach.



Schokocreme-Schnitte: "Dunkles Bisquit mit gschmackiger Schokocreme - und wie die Bananenschnitte gar nicht fettig!" - Auch hier hatte der Wirt nicht gelogen.



Fazit: Alleine für diese Schnitten lohnt sich ein Ausflug in die schöne Oststeiermark. 

Oh, und falls jetzt jemand glaubt, ich hätte das alles alleine gegessen - mein Vater hat mich tatkräftig unterstützt :)

Kommentare:

  1. Sieht alles wirklich fantastisch aus! Kein Wunder, dass ich von jedem Ausflug in die Heimat mit einer extra Tasche voller Essen zurück nach Wien reise ;-)

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  2. Der Wirt, der Wirt. Hach. Gibts in Wien etwa kein Kernöl? :(

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