24.02.2011

REZEPT: Österreichischer Apfelstrudel

Meine Oma hat mir vor einiger Zeit gezeigt, wie man Apfelstrudel macht. Sie ist achtzig Jahre alt, fit wie ein Turnschuh und macht laut Aussage meines Vaters schon Apfelstrudel, "seit sie aufrecht gehen kann." 
Wer schon einmal gesehen hat, wie eine richtig gute Strudelbäckerin wie meine Oma ihren Studelteig mit einer Leichtigkeit auszieht und zärtlich an ihm zupft, bis man schließlich eine Zeitung durch ihn hindurch lesen kann, was einen vor Neid erblassen lässt, wünscht sich nichts sehnlicher, als auch eine gute Strudelbäckerin zu werden. 
Leider war Oma dermaßen flink beim Zubereiten, dass ich gar nicht die Zeit hatte, mir alles aufzuschreiben. Sie meinte sowieso, dass Apfelstrudelmachen eine Kunst sei und man dazu keine Notizen brauche. Oh doch, die braucht man, liebe Oma, zumindest beim allerersten Mal! 
Und deshalb habe ich meinen ersten Apfelstrudel nicht nach Omas Rezept gebacken, sondern mich an ein Kochbuch* gehalten.

Apfelstrudel (für einen monströsen Strudel in L-Form - für 10 Personen als Nachspeise)


Zutaten:
  • 4 Fertigstrudelteigblätter
  • etwa 100g zerlassene vegane Butter

Füllung:
  • 100g Rosinen
  • 1 kg säuerliche Äpfel (z.B. Boskop)**
  • Saft und Schale von einer unbehandelten Zitrone
  • 100g Rohrzucker
  • 2 TL Vanillezucker
  • 1 MS Zimt

Butterbrösel:
  • 120g vegane Butter
  • 150g Semmelbrösel
  • 1 MS Zimt
  • 1 TL Vanillezucker
  • 2 EL Kristallzucker

Sonst:
  • Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung: Für die Füllung die Rosinen heiß waschen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und dünnblättrig hobeln. Äpfel mit Zucker, Zimt, Vanillezucker, Zitronenschale und -saft und Rosinen in einer Schüssel gut verrühren.
Für die Butterbrösel die Butter schmelzen, die Brösel mit Zimt, Vanillezucker sowie Kristallzucker darin abrösten. Die halbe Menge der Butterbrösel mit der Apfelfüllung vermengen.
Zwei Strudelblätter etwas überlappend an der Breitseite auf ein feuchtes, großes Strudeltuch legen - dieses sollte möglichst ein leinernes Tischtuch oder ein Stück Bettlaken sein (ich hab meines von der Oma bekommen :)). Strudelblätter mit ausreichend zerlassener Butter bestreichen, auch unter den Nahtstellen der Strudelblätter. Die anderen beiden Strudelblätter so darauf legen, dass der Strudelteig überall doppelt ist, und wieder ordentlich mit zerlassener Butter bestreichen. 
Nun die Hälfte der Butterbrösel auf das untere Drittel der Längsseite des Strudelteigs geben, darauf achten, dass man etwas Abstand zum Rand des Strudelteigs hält, damit man den Strudel später gut rollen kann. Die Apfelfülle auf die Brösel auftragen und in Form pressen (geht am besten mit den Händen). Strudel mit Hilfe des Strudeltuches fest einrollen, Strudelenden festdrücken, und überschüssigen Teig wegschneiden. Strudel mit Hilfe des Tuches auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Mit Butter bestreichen und im vorgeheizten Rohr bei 210 Grad etwa 25-30 Minuten backen. Strudel aus dem Rohr nehmen, mit der restlichen Butter bestreichen, in Portionen schneiden und mit Staubzucker bestreuen.

Fazit: Zuckersüß, österreichisch, saftig. Die Testesser waren allesamt begeistert. 
Mit selbstgemachtem Strudelteig wär der Strudel sicher perfekt geworden - leider habe ich aus Angst vor zu viel Fett den Strudel nicht ordentlich eingefettet und so wurde die Hülle etwas zäh. Vielleicht wage ich es nächstes Mal ja, meinen Strudelteig doch selbst zu machen?

Anmerkung: Für alle, die es wagen wollen, selbst einen Strudelteig zu machen, habe ich hier von einer Bekannten ein sehr anschauliches Bilderrezept erhalten. Danke, A.!



~~

*  Aus: Fercher, Dietmar; Karrer, Andrea: Süße Klassiker. Die feinsten Desserts und Mehlspeisen aus Österreich. St. Pölten: Residenz 2010.
** besser wären alte Sorten wie Schafnasen, meint Oma

Kommentare:

  1. I liebe Apfelstrudel!! Normalerweise esse ich ihn mit Vanilleeis :D)

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  2. Hier in Österreich bekommt man statt Eis meist einen großen Batzen Schlagobers dazu. Waru, frage ich mich - das Zeug ist eh schon ohne Schlag fett genug...

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